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Freitag, 26. Februar 2010

Kaufwarnung: Dante's Inferno

Ich liebe Spiele im Stil der alten Arcade-Brawler wie Golden Axe Warrior. Daher bin ich ein großer Fan von der God of War-Serie, und hab viel Spaß mit Bayonetta, Wolverine etc.

Die Demo von Dante's Inferno hat mich damals so überzeugt, dass ich mir das Spiel ungesehen der Reviews einfach bestellt habe. Es schien mir wie eine schön-spielbare Kopie von God of War, was kann da schon schiefgehen?

Grundsätzlich kann man Dante's Inferno am besten klassifizieren, wenn man es mit God of War vergleicht. Das müssen wohl auch die Entwickler von Dante gemacht haben, denn trotz der literarischen Vorlage fühlt man sich sogar bei der Story in God of War versetzt.

Das Problem: Beim Gamedesign müssen sich die Entwickler an ein Whiteboard gesetzt haben, eine schöne Liste von alledem aufgeführt haben, dass God of War unterhaltsam, spielsam und abwechslungsreich macht. Und auf dieses Whiteboard hat man dann die Überschrift Things we WON'T do gesetzt.

Dante ist ein einziger Klumpen uninspirierter Scheiße. Jeder der Circles of Hell spielt sich exakt identisch, lediglich Texturen und Hintergrundsounds sowie ein paar Skyboxes hat man ausgetauscht. Zuerst rangelt man sich an Menschenlianen an einer Wand herab, muss ein paar Prince-of-Persia-mäßige Sprungeinlagen schaffen, kämpft gegen ein Gegnergrüppchen, dann springt man auf sich bewegende Plattformen, kämpft gegen fliegende Gegnergrüppchen, dann läuft man einen Schlauchabschnitt entlang (durchsetzt mit Gegnergrüppchen), dann löst man ein Schiebepuzzle, dann kommt ein Endgegner. Rinse, Repeat.

Mittendrin dabei: Die festgestellte Kamera, bei der die Entwickler immer genau die Einstellung wählen, mit der man die Umgebung am schlechtesten wahrnehmen kann. Überall sind Ecken und Kanten, an denen man runterfällt (=Insta-Death) weil die Kamera suggeriert hier könnte es weitergehen. Oder man timed Sprünge falsch, weil die Kamera sich plötzlich so dreht, dass man Mangels eines Sprungschattens nicht weiß, wo/wie weit man landet. Netterweise hat man den rechten Analogstick nicht wie üblich auf eine Kameradrehung gelegt, sondern damit macht man einen Ausweichsprung. Anfangs besonders nett, wenn man statt die Kamera richtig zu drehen, einen Sprung in den Abgrund tätigt.

Dann dieses unausgegorene Level-Up-System mit "Seelen", die man entweder verdammen oder absolutionieren darf. Nette moralische Grundidee, im Spiel aber total ignoriert. Die einzige Auswirkung der "guten" oder "bösen" Aktion ist, welchen Skilltree man aufrüsten darf. An Waffen gibt es insgesamt zwei plus eine Fernwaffe (mit unendlicher Energie, die das Gameplay total de-balanced), die alle den gesamten Spielverlauf über gleich bleiben und lediglich minimal durch den Skilltree verändert werden.

Durch die Absolve/Punish-Mechanik werden die Kampfszenen auch ad absurdum geführt: Während man eigentlich auf einen Kombo-Freeflow-Kampfstil hinauswollte, muss man zum hochleveln die Gegner aufspießen. Während dieses Vorgangs ist man unerwundbar, der Kampf pausiert quasi, bis man durch pures Buttonmashing die Aktion beendet hat. Anstelle also eine Gruppe mit 10 Gegnern kombovoll in den Orkus zu schicken, pickt man sich jeden einzeln raus (weil man ja die Seelen braucht) und hat einen total verkorksten Kampf.

A propos Buttonmashing: Bei jeder Aufnahme eines Health/Mana/Soul-Packs muss man ungefähr 15-20 mal eine Taste drücken. Ausserdem muss man das bei einigen (normalen) Gegnern machen. Und jedesmal wenn man eine Tür öffnet. Und jetzt das Highlight: Vor jeder Tür sind meist 2-3 Packs platziert, so dass man vor betreten eines neuen Abschnitts ungefähr 80mal die B-Taste gemasht hat. That's fun, isn't it?

Was die Story angeht: Zwischensequenzen erlebt man insgesamt auf drei verschiedene Arten: Entweder per Ingame-Grafik, per Rendersequenz unterschiedlichster Qualität (mal richtig gut, mal qualitativ richtig schlecht) und per Comic-Stil. Lustigerweise wiederholen sich einige der Zwischensequenzen während des Spiels sogar, und sämtlicher "Dialog" wird von Dante's Voicecast ausschließlich schreiend vorgetragen. Dante Alighieri dreht sich dafür sicher in einem ganz eigenen Vorkreis der Hölle um seine eigene Achse.

Wer jetzt noch nicht genügend gewarnt ist, dem sei noch das Zero Punctuation-Review ans Herz gelegt:



Zusammengefasst kann Dante's Inferno ausschließlich eine PR-Kompott von Microsoft sein. Die haben EA einfach dazu angefixt, einen God of War-Ripoff herstellen zu lassen, der möglichst viele God of War-Käufer zum Kauf animiert, und sie dann mit repetitivem Gameplay und Frusttoden so annervt, dass sie keine Lust mehr haben sich God of War 3 zu kaufen.
Geschrieben von garvin in Spiele um 09:11 | Kommentare (0) | Trackback (1)
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Montag, 15. Februar 2010

The Imaginarium of Doctor Parnassus

Gestern abend haben wir uns in karnevalistischer Anti-Manier zur Spät(eren)-Vorstellung vom Imaginarium of Doctor Parnassus geschleppt. Parnassus ist der aktuelle Film von dem verschrobenen Meisterkopf Terry Gilliam, der uns Filme wie Life of Brian und Brazil und das von mir geliebte 12 Monkeys brachte -- aber auch den gefürchteten "Reboot" der Brothers Grimm.

Zugleich ist dies auch der letzte Film, in dem Heath Ledger kurz vor seinem Tod teilnahm. Durch geschickte Rewrites wurde seine Rolle storymäßig so umgewoben, dass sie von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell beendet werden konnte.

Die Story entfaltet sich ungefähr so: Der durch einen Pakt mit dem Teufel unsterbliche Dr. Parnassus ist nach einigen tausend Jahren des Lebens ein verarmter Freakshow-Zirkus-Artist und reist mit seinem Trupp durch London. Der Clou seiner Show: Durch einen magischen Spiegel kann er Leute in eine Zauberwelt entführen, wo ihre Seele entweder dem Guten oder Bösen zugeführt werden kann. Mittendrin seine junge Tochter - und die soll mit ihrem 16. Geburtstag vom Teufel "eingelöst" werden.

Keine guten Aussichten für den Herrn Parnassus, also beginnt eine mystische Hetzjagd auf mehr Seelen, einen weiteren Pakt für/gegen den Teufel - und noch mehr mittendrin ein Gedächtnisverlorener Tony (Heath Ledger et al), der eine entscheidende Rolle zu spielen scheint...
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Geschrieben von garvin in Kino / Video um 21:48 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)
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Dienstag, 2. Februar 2010

And the Nominees are...

Weil ich ja jedes Jahr auf's neue die potentiellen Oscar-Gewinner falsch voraussege, mach ich dieses Jahr eine kleine Variation davon.

Die Oscars zu denen ich garkeine Ahnung habe lasse ich natürlich raus. Zeichen sind kostbar.

Best Motion Picture

Ich sage: Inglorious Basterds. Toller Charakterfilm. Alternativ auch gern A Serious Man.
Jury sagt: Avatar
Bitte Bloß nicht: Avatar, weil es als "Best Movie" ja wirklich nur ein Pocahontas-Ripoff ist. Und District 9, weil das höchstens ein "Best Short Movie sadly bumped up to a Motion Picture which Should Not Have Ever Happened".

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Ich sage: George Clooney (Up in the Air). Zwar nicht gesehen, aber der Trailer is toll. ;)
Jury sagt: Morgan Freeman.

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Ich sage: Meryl Streep (Julie and Julia)
Jury sagt: Helen Mirren

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Ich sage: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Jury sagt: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Bitte Bloß nicht: Matt Damon. Der ist einfach kein Oscarmaterial. Trotzdem hab ich den Film noch nicht gesehen. ;)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Ich sage: Maggie Gyllenhall. Die find ich ja toll, und für den Film muss sie bestimmt belohnt werden. Hab ich natürlich nicht gesehen.
Jury sagt: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.
Bitte Bloß nicht: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.

Best Achievement in Directing

Ich sage: James Cameron (Avatar). Das zu regisseurieren ist schon ne Meisterleistung.
Jury sagt: James Cameron.

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

Ich sage: Quentin Tarantino (Inglorious Basterds). Aber für die Coens würd ich mich auch freuen.
Jury sagt: Quentin Tarantino.
Bitte Bloß nicht: Bob Peterson/Pete Docter für Up. Das war schon arg klischeeig.

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Ich sage: Up in the Air
Jury sagt: Up in the Air
Bitte Bloß nicht: District 9. Siehe oben.

Best Achievement in Cinematography

Ich sage: Avatar. Einfach bestaunbar.
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Harry Potter. Grau in Grau fand ich jetzt nicht so cinematographisch.

Best Achievement in Editing

Ich sage: District 9. Das einzig gute an dem Film war das Editing.
Jury sagt: District 9

Best Achievement in Art Direction

Ich sage: Avatar. Schon wieder. Sagte ich schon "hübsch"?
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Sherlock Holmes. Pappmachée.

Best Achievement in Costume Design

Ich sage: Nine
Jury sagt: Nine

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

Ich sage: Up. Recht passend und schön.
Jury sagt: Up.
Bitte Bloß nicht: Horner und Zimmer, den Einheitsbrei kann ich bald nicht mehr hören.

Best Achievement in Sound

Ich sage: Star Trek.
Jury sagt: Avatar.

Best Achievement in Visual Effects

Ich sage: Avatar. Der is ja sowas von klar, da müsste man garkeine anderen mehr nomnomnomieren.
Jury sagt: Avatar.

Best Animated Feature Film of the Year

Ich sage: Coraline. Mochte ich zwar nicht, aber ist mal was anderes als der Pixar-Einheitslook.
Jury sagt: Up

Geschrieben von garvin in Kino / Video um 17:58 | Kommentare (2) | Trackbacks (0)
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Freitag, 29. Januar 2010

A Serious Man

Getreu dem Motto meines letzten Blogartikels endlich mal wieder ein Filmbericht. Mit Christoph, dem netten Serienjunkie vom Arbeitsplatz nebenan, bin ich am Mittwoch in Köln in A Serious Man gegangen.

An dieser Stelle stand eigentlich eine hübsche Beschreibung über die Story des Films. Ich habe mich aber bewusst entschlossen, die Story aussen vor zu lassen. Da ich in den Film auch ziemlich jungfräulich ging, war das Erleben des Films der Teil, der am meisten Spaß gemacht hat. Und da ich am Ende dieses Kurzreviews den Film mit Nachdruck empfehlen werde, soll niemandem der Filmgenuss ohne genaue Storykenntnis verwehrt bleiben.

A Serious Man ist der aktuelle Film der Coen-Brüder, die für solche Werke wie O Brother Where Art Though oder No Country for Old Men verantwortlich sind. In klassischer Coen-Tradition verfällt auch dieser Film, der im wesentlichen eine Charakter-Odyssee ist.

Große Teile des Films werden mit starrer Kamera gedreht, es gibt kaum Bewegung. Die Charaktere und der Dialog stehen im Vordergrund, jeder Wortwechsel ist ein Genuss. Dabei wechseln sich subtiler Humor, dunkler Humor, Slapstick und Drama in einer Weise ab, die man tatsächlich nur aus Coen- oder Tarantino-Filmen kennt. Im einen Satz lacht man noch lauthals, im nächsten fühlt man einen Klos in den Hals nachrutschen.

Wer die Geduld hat, sich auf die gemächlich vorgetragene Gefühlswelt des Hauptcharakters einzulassen wird belohnt mit Analogien und spirituellen Grundfragen des Lebens.

Bekanntere Hollywood-Nebendarsteller haben lustige oder tragische Nebenrollen, die den Film für mich stark aufgelockert haben. Der minimalistische Soundtrack hat mich begeistert, und die Kulissen eines prüden, jüdischen Amerikas der 1960er waren fantastisch anzusehen. Diese Blumenvasen, Lampen, Tapeten, Schränke - man fühlt sich, als würde man während des Filmes in genau diesen Orten mit dabei sein.

Der Serious Man hat zahlreiche Stellen, an denen man sich haareraufend fragt, was die jeweilige Szene jetzt gerade "soll". Irgendwie habe ich aus jeder noch so abstrusen Szene etwas ziehen können, egal ob Humor oder Nachdenklichkeit. Das große Ganze muss man sich wohl selbst dazu denken, aber dazu bietet der Film genügend deutungsfähige Szenen.

Im kurzen: David Lynch meets Seth McFarlane. Abstrusität meets skuriler Humor.

Ich habe es geliebt, und kann jedem auch nur eindringlich die Version im O-Ton empfehlen. Eine möglicherweise um die jiddische Sprache gekürzte und glattgebügelte Deutsche Version dürfte viel von dem Charme verlieren.

9 IMDB-Punkte.


****.
Geschrieben von garvin in Kino / Video um 17:59 | Kommentare (0) | Trackback (1)
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Donnerstag, 28. Januar 2010

Da trink ich doch lieber iTee...


Neulich sprach uns Stevie an,
und verspricht uns, dass das iPad fliegen kann,
ich sprach das ist doch glatt gelogen...



Gestern hatt also der große Apple-Guru das neueste Apple-Produkt angekündigt; wie von aller Medienwelt erwartet, ist es ein "Tablet-Netbook-PC" geworden.

Damit kommt Apple nun in einem Marktsegment an, dass in den letzten beiden Jahren Acer und Asus wohl den Allerwertesten gerettet hat. Man hat spektakuläres, revolutionäres erwartet - und aus meiner Sicht ist es letztlich ein Produkt, dass dem innovativen Markt hinterherläuft.

Das iPad ist im Grunde genommen ein aufgeblähtes iPod Touch und füllt damit eine Lücke, die eigentlich garnicht existiert.

Das iPod-Touch war damals ein überdimensionierter MP3-Player mit ein paar Internetfähigkeiten, das wahre Potential des Formfaktors und der Bedienung hat sich aber erst im iPhone niedergeschlagen: Always-On Internet, Rundum-Softwareangebot, Musik- und Filmarchiv, GPS-Positionierung.

Und heute geht man vom iPhone wieder einen Schritt zurück, bläht das Gerät auf, nimmt ihm ein paar Dinge (GPS in der WiFi-Only Ausstattung, kein Telefoniemodul, keine Kamera) und gibt ihm dafür: nur eine höhere Größe. Womöglich hat das iPad sogar wie das iPod Touch keinen Lautsprecher.

Von den hoffnungsvoll erwarteten und erträumten Features ist nichts angekommen:
  • Keine Magic-Mouse-ähnliche Gestensteuerung an der Seite, oder am Rückgerät der Hardware.

  • Kein Solar-Panel zum Aufladen des Akkus, keine wirklich hohe Laufzeit des Gerätes ("10 Stunden" sind in Realität sicher eher sowas wie Netbook-typische 4-5 Stunden).

  • Kein wechselbarer Akku, obwohl ich meine die EU hätte hier doch mal eine Richtlinie erlassen?

  • Keine Kamera-Module auf Vor/Rückseite, für Enhanced/Augmented Reality oder Skype-Konferenzen.

  • Kein besonders sonnenlichttaugliches oder ultra-hochaufgelöstes Display-Panel.

  • Keine pseudo-haptische Tastatur, keine weiteren Bedienungs-Knöpfe am Gerät.

  • Keine eingebauter DVB*-Tuner zum mobilen TV.

  • Kein 'over the air'-charging oder Kabelverbindungen. Sogar die aufstöbselbare Tastatur ist ein kleiner Scherz.

  • Kein offenes Betriebssystem wie MacOS, sondern das iTunes-zwangsverdongelte iPhone-OS - OHNE Multitasking.

  • Keine Adobe-Flash-Unterstützung

Im Grunde genommen ist der Kundenkreis für dieses Gerät enorm klein, und daher wird es Apple-Newton-mäßig untergehen:

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Geschrieben von garvin in Media um 09:41 | Kommentare (3) | Trackbacks (0)
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Montag, 16. November 2009

Modern Railfare 2

Es gibt nur wenige Computerspiel-Genres/-Reihen, die ich kategorisch ausschließe. Zum einen sind das quasi alle Sport-Spiele (FIFA, PES, NHL, NFL, NBA), dann alle Online-MMORPGS (WoW, City of *) und fast alles an Echtzeit-Strategie bis auf Starcraft. Na gut, vielleicht sind es doch nicht so wenige.

Aber mein Punkt ist: Zu diesen ignorierten Spielereihen gehört auch seit jeher Call of Duty. Ich finde das Weltkriegsshoter-Szenario wahnsinnig unspannend, uninspiriert und zu Genüge durchgenudelt. Der Amerkanismus der Serie tut sein übrigens.

Irgendwann kam aber dann der Modern Warefare-Titel dazu, wo man das Setting einmal komplett in die Neuzeit gehieft hat. Und nicht nur das, das Spiel wurde von der Presse für seinen Abwechslungsreichtum und gut inszenierte Story gelobt. Etwas zurückhaltend habe ich mir das Spiel damals von einem Freund ausgeliehen, und war tatsächlich auch begeistert von den 6-7 Stunden Spielzeit die CoD4 geboten hat. Der Shooter hat mit einigen packenden Levels aufgewartet (Retro-Stealth-Sniping in Tchernobyl), war extrem kurzweilig und vom Schmalzgehalt sogar erträglich. Ich war jedenfalls begeistert und vor allem in höchstem Maße überrascht.

Den fünften CoD-Teil musste ich aufgrund des Weltkriegs-Settings mal wieder überspringen, daher freute ich mich umsomehr auf die moderne Reinkarnation namens Modern Warfare 2. Den ersten Spaßdämpfer erhielt das Spiel bei mir, als die Preispolitik bekannt wurde, und man für diesen Triple-A-Titel einfach mal pauschal 10 Euro mehr verlangen wollte als für alle anderen Spiele. Zu dem Zeitpunkt war mein Boykott eigentlich klar geplant, das i-Tüpfelchen in Form von der Einstampfung des Dedicated-Server-Supports war mir als Single-Player sogar noch egal.

Wie auch immer, da meine Boykott-Haltung leider immer durch Konsumgier getoppt wird, habe ich nun doch bei MW2 zugeschlagen. Aber bei Amazon UK kostete das Spiel ja auch nur grob 40 Euro.

Am Freitag habe ich die ersten 2,5 Stunden der Kampagne gespielt (und bin damit scheinbar schon 50% fortgeschritten), und muss sagen:

Ich bin wahnsinnig enttäuscht.

Erstmal die Highs: Die Grafik ist mal wieder packend. Gerade wenn ich die letzten 9 Monate fast immer nur 720p-Xbox360-Titel gespielt habe, ist es ein Dimensionssprung am PC wieder mit 1680x1050 Pixeln in voller Detailstufe in das Geschehen zu staunen. Die Waffendynamik, der Sound, die Bewegung - das ist schon alles Top Notch.

Die Lows: Allen voran zeigt MW2, wie langweilig ein Spiel werden kann, wenn es von vorne bis hinten durchgeskriptet ist. Vor lauter einstürzender Hochhäuser, einfallender Gegnerhorden, auffahrender Panzer weiß man die einzelnen Events garnicht mehr zu wertschätzen. Überall krawallt es, und man fühlt sich wie durch einen Theme Ride durchgeprügelt. Von einem Checkpoint zum nächsten läuft man durch ein Schießbudenkabinett, angefeuert durch wilde vorauseilende Kameraden. Das ganze Spiel (zumindest die ersten 50%) fühlt sich an als wäre es ein einfacher Railshooter, gerade in den Passagen wo man in einem Panzer sitzt.

Gegner befallen einen aus allen erdenklicken Lagen, und wirken jedesmal wie frisch gespawnt, so dass man den Eindruck hat das eigene Vorgehen ist sowieso ohne Konsequenz, weil alles immer direkt nachwächst. Klar, das soll eine Kriegssimulation sein, aber das Gameplay wird dadurch total generisch. Da mag, selbst wenn die Russen in Amerikanische Vorstädte eindringen, der Funke nicht so richtig übertreten, wenn man mal eben 200 Russen von einem Dach aus plättet als wären es Ameisenkolonien - es fehlt das wirklich atmosphärisch beklemmende, das man als Spieler Mittelpunkt des Geschehens ist. So komme ich mir vor, als wäre ich als 4jähriger auf einem Abenteuerspielplatz für 10 jährige, jeder zeigt mir was er tolles kann, aber niemand will richtig mit mir spielen. ;-)

Noch erschwerender kommt die erschlagende Portion an Amerikanischem Patriotismus dazu. Das Gefasel über "Liberation" und "we are the good guys" und "Nur topmoderne Waffen erlauben es uns, wirkliche Freiheit zu haben" geht mir gehörig gegen den Strich. Das habe ich in MW1 noch aushalten können, in MW2 möchte ich manchmal den Kopfhörer gegen die Wand schleudern ob dieses gequirlten Schwachfugs.

Die Zwischensequenzen werden alle lieblos in Briefing-Screens vorangetrieben, das trägt nur weiter zur fehlenden Identifikation bei. Während ich mich bei MW1 in die Rollen der beiden "Helden" reinversetzen konnte, wird man in MW2 von Held #1 zu Held #2 in jeweils 10-15minütige Shooterhäppchen geprügelt, kriegt eine schmalzige Patriotismus-Rede vorgesetzt und dann geht's weiter. Das tolle Storytelling vom ersten Teil, mit visuellen Zwischenspielern, ist so komplett eingestampft.

MW2 mag ein hervorragender Multiplayer-Titel sein, das ist für mich jedoch nicht so relevant (weil ich keine PC-Spielefreunde mit MW2 habe, und Spielen mit Fremden langweilig finde). Die Kampagne ist jedenfalls für mich das ausschlaggebende, und die ist schlichtweg verhunzt.
Geschrieben von garvin in Spiele um 09:17 | Kommentare (11) | Trackbacks (0)
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Sonntag, 20. September 2009

Verkaufe Guitar Hero World Tour Super Bundle für PS3

Ich verkaufe meine Instrumenten- und Spielesammlung für Guitar Hero auf der PS3. Da ich inzwischen überwiegend auf der Xbox-360 spiele, bin ich jetzt endlich auf die Instrumente auf der 360 umgestiegen und habe nun einiges zu viel übrig:
  • Guitar Hero World Tour Super Bundle (Schlagzeug, Gitarre, Bass, Mikrofon, Guitar Hero World Tour Spiel)
  • Rock Band 2 (US-Import)
  • Guitar Hero 3 - Legends of Rock

Am liebsten würd ich das ganze an Selbstabholer in Köln loswerden.

Achja: Das ganze macht einen Heidenspaß. :-)
Geschrieben von garvin in Spiele um 17:51 | Kommentar (1) | Trackbacks (0)
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Dienstag, 15. September 2009

Inglourious Basterds

Der eigentliche Grund meiner Blogneubefüllung ist der Kinofilm, den ich gestern abend gemeinsam mit Claudia endlich ins müßige Abendprogramm einschieben konnte:

Inglourious Basterds.

Nach der ersten Filmstunde war mir klar, dass ich da so etwas großartiges anschaue, dass ich unbedingt im Blog darüber schreiben muss. Also wollen wir doch mal sehen, ob ich im Laufe meines Textes begründen kann, warum dieser Film ein gefühlter Meilenstein des Kinos ist.
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Geschrieben von garvin in Kino / Video um 18:08 | Kommentare (6) | Trackbacks (0)
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District 9

In letzter Zeit wurde es Kino-Reviewmäßig etwas ruhig hier. Meist fand ich die Filme nicht mehr richtig rezensionswürdig, da ich auch immer etwas zu spät dran war. Die Reviews dann auf eayz.net zu lesen reichte mir aus um zu wissen, dass andere eh schon das schreiben, was ich sonst zu versenfen hätte.

Aber damit ich das Schreiben nicht ganz verlerne, mal wieder etwas Eigenleistung zu District 9.

Meine derzeitige Zero-Information-Policy hat sich von Videospielen auch auf Filme ausgeweitet. Meist wird man von Hypes ja sowieso nur enttäuscht, so dass ich mich wenn es konkret wird, wenig über Filme und Spiele informiere und mir lieber selber eine Meinung anhand des echten Materials bilde und maximal einen Filmtrailer gucke.

So war es bei District 9, dessen Trailer eindrucksvoll von einer scheinbaren Notlandung einiger Millionen Aliens in Johannesburg berichtete. Insektenartige und völlig unterfütterte Aliens kamen mit einem gigantischen Raumschiff auf die Erde, und wurden von den Menschen erstmal gewohnheitsmäßig in Afrika ghettoisiert.

Dokumentationsartig befasst sich District 9 mit dieser fiktiven Geschichte und zeigt, wie sich hilfsbedürftige Aliens und Menschen in so einer Situation wohl verhalten würde, und wie sie miteinander auskommen. Die Kurzversion natürlich: They don't.
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Geschrieben von garvin in Kino / Video um 17:47 | Kommentare (2) | Trackbacks (0)
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Montag, 10. August 2009

GrooveShark - meine Lieblingslieder

Letzte Woche hab ich bei EmmJay einmal GrooveShark in Aktion gesehen. Im Gegensatz zu last.fm kann man hier Songs gezielt in seine Playlist packen und durchsuchen, was ich angenehm komfortabel finde, um mal so eine Art Web-Radio hören zu können.

Da das ganze gestreamt wird, gehe ich davon aus, dass die Seite in Legalität ungefähr im Kreise von last.fm mitspielt. Ich hab jetzt einfach mal etwas Lebenszeit geopfert und drei Playlisten gemacht:

All-Time-Fav-Rock, anders als der Name suggeriert sind hier alle meine Lieblingslieder, Cross-Genre, drin.

Chartschlampe mit halbwegs aktueller Musik.

Shitty Youth mit einigen Klassikern meiner jüngeren Phase. Mal mehr, mal weniger nervig.

So, welche User kann ich denn mal herzen, um eure Musik kennen zu lernen?
Geschrieben von garvin in Media um 14:38 | Kommentar (1) | Trackbacks (0)
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Kommentare

technicdude_com zu A Serious Man
So, 28.02.2010 13:43
*New Blog Post: Dayta: Keep Track of Almost Anything errorCodeerrorMessagestatusCode
technicdude_com zu Slapsgiving - Jetzt erst Recht
So, 28.02.2010 13:43
*New Blog Post: Dayta: Keep Track of Almost Anything errorCodeerrorMessagestatusCode
technicdude_com zu Kaufwarnung: Dante's Inferno
So, 28.02.2010 13:43
*New Blog Post: Dayta: Keep Track of Almost Anything errorCodeerrorMessagestatusCode
absolute serokratie zu Die Wette (The Ridiculous Race)
Mi, 17.02.2010 11:49
*Meine Bücher aus 2009 also ? reichlich verspätet, aber mir wurde erst kürzlich klar, dass ich überhaupt festhalten will [...]
Sebastian zu Da trink ich doch lieber iTee...
Di, 16.02.2010 18:16
*Schön, dass du hiermit mal wieder ein gut lesbares Lebenszeichen von dir abgegeben hast.

Über mich

Ich heiße Garvin Hicking, wohne in Köln und bin alt genug um ein Blog führen zu dürfen. Derzeit arbeite ich als Webentwickler bei Faktor E, bin gelegentlich selbständig tätig und arbeite mit PHP, (My)SQL und XHTML/ XML/ CSS/ JavaScript.

Meine Freizeit nutze ich zur Entwicklung von Serendipity und phpMyAdmin - und (nicht nur) wenn ich genug von Computer habe, genieße ich das Leben mit meiner Freundin Emba im Kino, hinter der Fotokamera, daheim oder bei unseren Freunden. Und ein Gesicht habe ich auch:
Garvin Hicking
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Legasthenie-Info

Dieses Blog strotzt vor Komma-Fehlern. Ich bekenne eigenständig, öffentlich und freiwillig im Vollbesitz meiner geistigen und Halbbesitz meiner ortographischen Fähigkeiten, auf diese Fehlern zu bestehen und erkläre, der neuen Deutschen Rechtschreibung bisher nicht anheim gefallen zu sein. Wer zusätzliche Fehler findet, darf sie ebenfalls behalten. :-)

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