Mittwoch, 1. September 2010
Metroid: Other M Review
Mein heutiges Blogfeuerwerk möchte ich mit einem kleinen Review zu Metroid: Other M beenden.
Der Metroid-Serie habe ich mich lange stur gegenüber gestellt. Mein erster Kontakt zu NES-Zeiten war geprägt von einer unaushaltbaren Steuerung und Sprungphysik des Charakters, und damit hatte sich das Spiel für mich erledigt. Als Metroid auf dem Gamecube den Sprung in die Dritte Dimension wagte, war das Thema auch uninteressant für mich. Sah halt aus wie ein generischer Shooter, und auf einer Konsole muss ich First-Person-Shooter wirklich nicht haben.
Nur durch constant nagging einer hier nicht mitlesenden Person
habe ich Metroid Prime dann doch eine Chance gegeben. Und war zugegebenermaßen davon begeistert. Metroid Prime ist so viel mehr als ein generischer Shooter - es ist ein exploratives Adventure in dem das Schießen endlich mal nur Beiwerk des Vorankommens ist, und nicht Selbstzweck. Die Jump'n'Run-Einlagen waren zwar kein Highlight, aber überraschend gut umgesetzt. Die Erkundung der liebevoll gestalteten Welt hat jedenfalls Maßstäbe für mich aufgestellt, die bis heute von keinem Next Generation-Spiel erreicht wurden.
Im Zuge dieser Erfahrung habe ich vor kurzem auch Super Metroid als Emulation auf dem PC eine weitere Chance gegeben. Und mit angeschlossenem 360-Gamepad war das sogar auch spielbar und spaßig. Die Item-Exploration ist hier noch ausgeprägter, die Welt noch umfangreicher - aber in plattem 2D war das ganze für mich nicht so immersiv wie Metroid Prime. Das bessere Super Metroid war da für mich der 360-XBLA-Knüller Shadow Complex. Tolle Steuerung, liebevoll entworfene Welt, ausführliche Backtrackingmöglichkeiten und Alternativrouten. Hach, war das super.
Nun war also endlich auch mal wieder die Zeit gekommen, meine Wii zu entstauben und mit dem neuesten Teil Other M zu füttern (US-Release letzte Woche, EU am Freitag). Das Team hat erneut gewechselt, und zwar kamen diesmal die Macher vom 3D-Prügler Ninja Gaiden zum Einsatz, einem God-of-War ähnlichem Spiel dass sehr cinematisch und bockschwer spielbar ist, und mich aufgrund nicht enden wollender Gegnermassen und merkwürdiger Steuerung nie motiviert hat zu spielen.
Was erwartet man von so einem Team mit der gehaltvollen Metroid-Serie anzustellen? Wenn man den ersten Trailern glauben schenkt, dann hervorragendes: Eine Mischung aus 2D-Action (in 3D-Welten) und First-Person-Sequenzen, ebenfalls cinematische Kampfsequenzen und eine optisch sehr explosionsartige Präsentation.
Die Story setzt am Ende von Super Metroid an: Samus Aran kehrt von ihrem letzten Einsatz zurück, Space Pirates, Ripley und Metroids sind Geschichte - nur auf so ner doofen Raumstation ist plötzlich mal wieder Endzeitstimmung und Alarmsignale. Samus trifft auf der Raumstation ein und muss merken, dass ein Team der Föderation bereits anwesend ist. Passenderweise ist jenes Team dasjenige welche, mit dem Samus damals ihre Ausbildung genossen hat. Der Captain der Einheit ist der Vertraute Samus', der sie nach dem Tod ihrer Eltern aufgezogen hat.
Und so beginnt eine Geschichte von einer mysteriösen Raumstation und einem klassischen Azubi/Mentor-Zwist.
» Vollständiger ArtikelDer Metroid-Serie habe ich mich lange stur gegenüber gestellt. Mein erster Kontakt zu NES-Zeiten war geprägt von einer unaushaltbaren Steuerung und Sprungphysik des Charakters, und damit hatte sich das Spiel für mich erledigt. Als Metroid auf dem Gamecube den Sprung in die Dritte Dimension wagte, war das Thema auch uninteressant für mich. Sah halt aus wie ein generischer Shooter, und auf einer Konsole muss ich First-Person-Shooter wirklich nicht haben.
Nur durch constant nagging einer hier nicht mitlesenden Person
habe ich Metroid Prime dann doch eine Chance gegeben. Und war zugegebenermaßen davon begeistert. Metroid Prime ist so viel mehr als ein generischer Shooter - es ist ein exploratives Adventure in dem das Schießen endlich mal nur Beiwerk des Vorankommens ist, und nicht Selbstzweck. Die Jump'n'Run-Einlagen waren zwar kein Highlight, aber überraschend gut umgesetzt. Die Erkundung der liebevoll gestalteten Welt hat jedenfalls Maßstäbe für mich aufgestellt, die bis heute von keinem Next Generation-Spiel erreicht wurden.Im Zuge dieser Erfahrung habe ich vor kurzem auch Super Metroid als Emulation auf dem PC eine weitere Chance gegeben. Und mit angeschlossenem 360-Gamepad war das sogar auch spielbar und spaßig. Die Item-Exploration ist hier noch ausgeprägter, die Welt noch umfangreicher - aber in plattem 2D war das ganze für mich nicht so immersiv wie Metroid Prime. Das bessere Super Metroid war da für mich der 360-XBLA-Knüller Shadow Complex. Tolle Steuerung, liebevoll entworfene Welt, ausführliche Backtrackingmöglichkeiten und Alternativrouten. Hach, war das super.
Nun war also endlich auch mal wieder die Zeit gekommen, meine Wii zu entstauben und mit dem neuesten Teil Other M zu füttern (US-Release letzte Woche, EU am Freitag). Das Team hat erneut gewechselt, und zwar kamen diesmal die Macher vom 3D-Prügler Ninja Gaiden zum Einsatz, einem God-of-War ähnlichem Spiel dass sehr cinematisch und bockschwer spielbar ist, und mich aufgrund nicht enden wollender Gegnermassen und merkwürdiger Steuerung nie motiviert hat zu spielen.
Was erwartet man von so einem Team mit der gehaltvollen Metroid-Serie anzustellen? Wenn man den ersten Trailern glauben schenkt, dann hervorragendes: Eine Mischung aus 2D-Action (in 3D-Welten) und First-Person-Sequenzen, ebenfalls cinematische Kampfsequenzen und eine optisch sehr explosionsartige Präsentation.
Die Story setzt am Ende von Super Metroid an: Samus Aran kehrt von ihrem letzten Einsatz zurück, Space Pirates, Ripley und Metroids sind Geschichte - nur auf so ner doofen Raumstation ist plötzlich mal wieder Endzeitstimmung und Alarmsignale. Samus trifft auf der Raumstation ein und muss merken, dass ein Team der Föderation bereits anwesend ist. Passenderweise ist jenes Team dasjenige welche, mit dem Samus damals ihre Ausbildung genossen hat. Der Captain der Einheit ist der Vertraute Samus', der sie nach dem Tod ihrer Eltern aufgezogen hat.
Und so beginnt eine Geschichte von einer mysteriösen Raumstation und einem klassischen Azubi/Mentor-Zwist.
Poetry Slam "Reim Fire"
Gestern war ich zum ersten Mal (in Begleitung von einem unterhaltsam-freundlichen Damen-Trio) bei einem Poetry Slam. Wie ich einer Passantin beim Schlangeanstehen auch erklärte geht es hier um mehr oder weniger amateurhafte Lyriker, die ihre kurzen Gedichte, Reime, Gedanken auf einer Bühne dem Publikum vortragen und von diesem bewertet werden. Diese hübsch ausgestaltete Beschreibung wurde von der Passantin übrigens nur mit "Jaja, ich weiß was Poetry bedeutet" gekontert.
In meinem jugendlichen Elan natürlich ungebremst habe ich begierig die überfüllte Veranstaltung aufgesogen, auch wenn es aus der hintersten Ecke am Köln-Ehrenfelder Bahnhofsjugenddingscenter war. Immerhin mit Sitzbank, die wir geschickt aus einer Ecke rekrutiert haben.
Insgesamt standen an dem Abend ganze 11 Personen auf der Bühne, das Programm war also ordentlich lang. 4 Bielefelder waren anwesend, obwohl auch hier gerätselt wurde aus welcher Stadt die denn wirklich kamen. Dafür waren 3 davon aber auch äusserst unterhaltsam. Aber ich greife vor.
Die rund 5-minütigen Vorträge wurden unterbrochen von tendentiell zu leiter Einführungsmusik und einem engagiert-freundlichem Moderator. Anfangs fürchtete ich, bei einem Poetry Slam recht viel komplexe, langatmige und verschrobene Stücke vorgetragen zu bekommen, was sich aber (zum Glück? leider?) nicht bewahrheitete. Im Gegenteil, das ganze war fast eher eine Comedy-Veranstaltung. Alle Texte haben sich mehr oder weniger stark gereimt, wurden recht flüssig vorgetragen (teils auswendig, teils vom Zettel) und bis auf ein oder zwei Texte hatten alle einen sexistischen Comedy-Bezug.
Viele Inhalte kriege ich nicht mehr zusammen: Da war ein Heavy-Metal-Typ, der aus einem Tagebuch eines Heavy-Metal-Typens rezitierte (true!). Da war der Lampen-Man, der Lichtanalogien um sich schmiss. Der dezent-homosexuelle Politik-Ambitionierte mit seinem Teddybären, mit dem er Merkel und Westerwelle entführen wollte. Eine Rollstuhlfahrerin, die (als verschrobenste des Abends) ihre Alien-Entführungs-Weissagungs-Story zum besten gab. Dann einer, der über "Es könnte alles so einfach sein" referrierte, und dem man später den Plagiatsvorwurf zu Sebastian23 machte. Dann noch ein verkokst erscheinender Schüttelreimer, der uns mit seiner Wortlautstärke überstrapazierte.
Das alles und noch viel mehr war wirklich sehr kurzweilig, und für einen Einlass von 5 Euro mehr als gut angelegtes Geld. Ich würd's wieder machen, tendentiell aber lieber mit weniger Teilnehmern - wie auch die Organisation für das nächste Mal ankündigte.
Aber jetzt habe ich schon wieder vorgegriffen, denn jeder Beitrag wurde vom Zuschauer bewertet (mittels Rosen- und Handzeichen) und durchgezählt. Im Finale galt dann nur noch der Applaus, vermutlich weil die Rechenaktion im Publikum einen beachtlichen Teil des Abends in Anspruch nahm. Gewonnen haben Sven und der Bär, den ich auch deutlich am sympatischsten fand.
Daumen Hoch!
In meinem jugendlichen Elan natürlich ungebremst habe ich begierig die überfüllte Veranstaltung aufgesogen, auch wenn es aus der hintersten Ecke am Köln-Ehrenfelder Bahnhofsjugenddingscenter war. Immerhin mit Sitzbank, die wir geschickt aus einer Ecke rekrutiert haben.
Insgesamt standen an dem Abend ganze 11 Personen auf der Bühne, das Programm war also ordentlich lang. 4 Bielefelder waren anwesend, obwohl auch hier gerätselt wurde aus welcher Stadt die denn wirklich kamen. Dafür waren 3 davon aber auch äusserst unterhaltsam. Aber ich greife vor.
Die rund 5-minütigen Vorträge wurden unterbrochen von tendentiell zu leiter Einführungsmusik und einem engagiert-freundlichem Moderator. Anfangs fürchtete ich, bei einem Poetry Slam recht viel komplexe, langatmige und verschrobene Stücke vorgetragen zu bekommen, was sich aber (zum Glück? leider?) nicht bewahrheitete. Im Gegenteil, das ganze war fast eher eine Comedy-Veranstaltung. Alle Texte haben sich mehr oder weniger stark gereimt, wurden recht flüssig vorgetragen (teils auswendig, teils vom Zettel) und bis auf ein oder zwei Texte hatten alle einen sexistischen Comedy-Bezug.
Viele Inhalte kriege ich nicht mehr zusammen: Da war ein Heavy-Metal-Typ, der aus einem Tagebuch eines Heavy-Metal-Typens rezitierte (true!). Da war der Lampen-Man, der Lichtanalogien um sich schmiss. Der dezent-homosexuelle Politik-Ambitionierte mit seinem Teddybären, mit dem er Merkel und Westerwelle entführen wollte. Eine Rollstuhlfahrerin, die (als verschrobenste des Abends) ihre Alien-Entführungs-Weissagungs-Story zum besten gab. Dann einer, der über "Es könnte alles so einfach sein" referrierte, und dem man später den Plagiatsvorwurf zu Sebastian23 machte. Dann noch ein verkokst erscheinender Schüttelreimer, der uns mit seiner Wortlautstärke überstrapazierte.
Das alles und noch viel mehr war wirklich sehr kurzweilig, und für einen Einlass von 5 Euro mehr als gut angelegtes Geld. Ich würd's wieder machen, tendentiell aber lieber mit weniger Teilnehmern - wie auch die Organisation für das nächste Mal ankündigte.
Aber jetzt habe ich schon wieder vorgegriffen, denn jeder Beitrag wurde vom Zuschauer bewertet (mittels Rosen- und Handzeichen) und durchgezählt. Im Finale galt dann nur noch der Applaus, vermutlich weil die Rechenaktion im Publikum einen beachtlichen Teil des Abends in Anspruch nahm. Gewonnen haben Sven und der Bär, den ich auch deutlich am sympatischsten fand.
Daumen Hoch!
Inception
Wo ich die letzten Tage dieses Blog etwas befülle, wäre es wohl eine Schandtat nicht auch noch in ein paar Sätzen auf Inception einzugehen.
Christopher Nolan, derzeitiger Hollywood's Darling (Batman, Memento), darf in diesem Film eine lang ausgeklügelte (lies: selbst geschriebene) Geschichte über den Traum-Extraktor Cobb (Leonardo DiCaprio) erzählen.
Mit einem nicht näher relevanten Gerät schafft Cobb und sein Team, in die Träume seiner Zielpersonen einzudringen, in deren Unterbewusstsein zu wüten und Informationen zu wirtschaftsspionieren. Bei einem dieser Aufträge bietet ihm ein einflussreicher Industrieller einen Deal an: Cobb's Exilierung in Amerika (wo seine Kinder noch leben) soll rückgängig gemacht werden, und im Gegenzug muss Cobb bei einem Erz-Konkurrenten in den Traum eindringen. Und dort anstelle Informationen zu extrahieren welche zu pflanzen. Diese Meisterleistung der Inception (Eingebung) ist der heilige Grahl in Cobb's Profession.
Also stellt er in fröhlicher Oceans 4711-Manier sein Team von Profis zusammen, um die gestellte Aufgabe zu meistern...
» Vollständiger ArtikelChristopher Nolan, derzeitiger Hollywood's Darling (Batman, Memento), darf in diesem Film eine lang ausgeklügelte (lies: selbst geschriebene) Geschichte über den Traum-Extraktor Cobb (Leonardo DiCaprio) erzählen.
Mit einem nicht näher relevanten Gerät schafft Cobb und sein Team, in die Träume seiner Zielpersonen einzudringen, in deren Unterbewusstsein zu wüten und Informationen zu wirtschaftsspionieren. Bei einem dieser Aufträge bietet ihm ein einflussreicher Industrieller einen Deal an: Cobb's Exilierung in Amerika (wo seine Kinder noch leben) soll rückgängig gemacht werden, und im Gegenzug muss Cobb bei einem Erz-Konkurrenten in den Traum eindringen. Und dort anstelle Informationen zu extrahieren welche zu pflanzen. Diese Meisterleistung der Inception (Eingebung) ist der heilige Grahl in Cobb's Profession.
Also stellt er in fröhlicher Oceans 4711-Manier sein Team von Profis zusammen, um die gestellte Aufgabe zu meistern...
Dienstag, 31. August 2010
The Killer Inside Me
Bei The Killer Inside Me berichtet der Einzelgänger und Sheriff Lou (Casey Affleck) von seinem Leben in einer texanischen Kleinstadt der '50er. Geleitet von Schmiergeldschiebereien, Prostituierten und einem mysteriösen Unfall seines Stiefbruders schliddert Lou so durch seinen Alltag, und kommt an dem ein oder anderen Mord nicht vorbei.
Mehr storyrelevantes ohne Spoiler zu erzählen ist schon fast unmöglich. Insgesamt ist der Film auch eher stimmungs- als handlungsgeleitet, schon eher im Stil der Coens, wenn auch deutlich explizit brutaler. Grundsätzlich merkt man dem Film auch sehr deutlich an, dass er von einem Buch abgeleitet ist.
Die 50er-Jahre Atmosphäre kommt durch diverse Kulissen sehr gut rüber, und es ist mal ein anderes Setting für einen Film Noire ähnlichen Streifen. Der Film steht und fällt mit Casey Afflecks gekonnter Portraitierung eines Soziopathen in Reinform.
Bei den Morden, die hier gezeigt werden, war ich doch häufig so angewidert dass ich kaum hinsehen wollte. Und das, wo ich auch bei Saw-Streifen sonst stets den "Film dahinter" sehe. Das hier gezeigte wirkt so erschreckend authentisch, und beängstigend vertont, dass man einfach nur auf das Geschehen starrt und sich fragt, ob man nun eine Erkenntnis dadurch erlangen soll.
Im späteren Verlauf des Films mangelt es mir zu sehr an Motivation und Moral für den Zuschauer, ich bin mir unschlüssig was der Film mir sagen wollte. Es wäre wohl interessant mal das Buch zu lesen um zu sehen, ob hier (unterschwellig?) noch mehr "Denouement" vorhanden ist als im Film.
Nichts für zarte Nerven, aber schauspielerisch und filmisch recht anspruchsvoll umgesetzt. 7/10 IMDB-Punkte.
Mehr storyrelevantes ohne Spoiler zu erzählen ist schon fast unmöglich. Insgesamt ist der Film auch eher stimmungs- als handlungsgeleitet, schon eher im Stil der Coens, wenn auch deutlich explizit brutaler. Grundsätzlich merkt man dem Film auch sehr deutlich an, dass er von einem Buch abgeleitet ist.
Die 50er-Jahre Atmosphäre kommt durch diverse Kulissen sehr gut rüber, und es ist mal ein anderes Setting für einen Film Noire ähnlichen Streifen. Der Film steht und fällt mit Casey Afflecks gekonnter Portraitierung eines Soziopathen in Reinform.
Bei den Morden, die hier gezeigt werden, war ich doch häufig so angewidert dass ich kaum hinsehen wollte. Und das, wo ich auch bei Saw-Streifen sonst stets den "Film dahinter" sehe. Das hier gezeigte wirkt so erschreckend authentisch, und beängstigend vertont, dass man einfach nur auf das Geschehen starrt und sich fragt, ob man nun eine Erkenntnis dadurch erlangen soll.
Im späteren Verlauf des Films mangelt es mir zu sehr an Motivation und Moral für den Zuschauer, ich bin mir unschlüssig was der Film mir sagen wollte. Es wäre wohl interessant mal das Buch zu lesen um zu sehen, ob hier (unterschwellig?) noch mehr "Denouement" vorhanden ist als im Film.
Nichts für zarte Nerven, aber schauspielerisch und filmisch recht anspruchsvoll umgesetzt. 7/10 IMDB-Punkte.
Freitag, 27. August 2010
Toy Story 3, Salt
Ich glaube, ich war schon ewig nicht mehr zweimal in einer Woche im Kino. Anfang der Woche mit dem Lieblingsfreundeskreis in Toy Story 3 (3D), und gestern in Salt.
Als großer Toy-Story Fan war ich vom dritten Teil etwas enttäuscht. Die Storyline war aus den ersten beiden Teilen zusammengeklaubt, und etwas uninspiriert. Die Kerngeschichte um "böse Faschisten-Spielzeuge" fand ich nicht so unterhaltsam. Die 3D-Effekte waren die 3D-Brillenschwere kaum wert, und die deutsche Synchro mit dem Bully-Team ging für mich garnicht klar. Dennoch gibt es schlechtere Animationsfilme, aber begeistert hat mich der Film nicht. Gerade die End-Auflösung war mir sehr Pixar-untypisch, und die von mir so geschätzte Pixar-Moral bleibt auch ziemlich auf der Strecke.
Schlimmer war allerdings Salt gestern abend. Ursprünglich hatte ich aufgrund diverse Vorschusslorbeeren (Ebert, Slashfilm) recht hohe Erwartungen:
But Salt knows exactly what it wants to be: a pure, simple, over-the-top, balls-to-the-wall action thriller
Grundsätzlich trifft das zu, man hätte den Satz allerdings ergänzen müssen um "with a shitload of convoluted, diverging and lifeless storylines and characters". Aber zurück zum Plot: Evelyn Salt ist eine toughe CIA-Agentin, die von einem russischen Agenten als Doppelagentin dahingestellt wird. In Sorge um ihren Mann, der in die Affäre hineingezogen werden könnte, versucht sie nun dem CIA zu entkommen und dem russischen Spionageuntergrund zuvorzukommen in deren Plan, den russischen Präsidenten zu töten.
So, oder so ähnlich.
Was folgt ist eine Hetzjagd auf, mit und von Salt - die vor allem den Zuschauer immer einen Schritt hinter dem Plot hinterherlaufen lässt, und versucht dem voraussehbaren Twist zu entkommen.
Ab der 10. Minute wurde mir auch klar, dass ich mangelnde Recherchearbeit geleistet habe: Salt stammt aus der Feder von Kurt "Wimmsy" Wimmer, dem wir so Werke wie Ultraviolet und Equilibrium zu verdanken haben. Nun gut, letztgenannter war garnicht so schlecht - aber Salt ist de facto nur eine weitere Version von Ultraviolet und auch ähnlich strukturiert wie Aeon Flux.
Muntere Actioneinlagen zum Selbstzweck, mit einer Hauptakteurin die flacher nicht sein könnte. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Angelina Jolie anzusehen ist furchteinflössend und erinnert mich an den Kartoffelkopf aus Toy Story 3, als er nur aus einem Abschminkpad besteht. Viel! Zu! Dürr! Ekelhaft. Schade eigentlich, denn im auch etwas hirnrissigen Wanted gefiel sie mir noch ganz gut.
Die letzte halbe Stunde von Salt sorgte bei mir nur für konstantes Facepalming aufgrund der obskuren, fehlgeleiteten Story mit halbgaren Charakteren, für die man als Zuschauer keinen Deut empfinden kann.
Toy Story 3: 7/10 IMDB-Punkte
Salt: 3/10 IMDB-Punkten
Als großer Toy-Story Fan war ich vom dritten Teil etwas enttäuscht. Die Storyline war aus den ersten beiden Teilen zusammengeklaubt, und etwas uninspiriert. Die Kerngeschichte um "böse Faschisten-Spielzeuge" fand ich nicht so unterhaltsam. Die 3D-Effekte waren die 3D-Brillenschwere kaum wert, und die deutsche Synchro mit dem Bully-Team ging für mich garnicht klar. Dennoch gibt es schlechtere Animationsfilme, aber begeistert hat mich der Film nicht. Gerade die End-Auflösung war mir sehr Pixar-untypisch, und die von mir so geschätzte Pixar-Moral bleibt auch ziemlich auf der Strecke.
Schlimmer war allerdings Salt gestern abend. Ursprünglich hatte ich aufgrund diverse Vorschusslorbeeren (Ebert, Slashfilm) recht hohe Erwartungen:
But Salt knows exactly what it wants to be: a pure, simple, over-the-top, balls-to-the-wall action thriller
Grundsätzlich trifft das zu, man hätte den Satz allerdings ergänzen müssen um "with a shitload of convoluted, diverging and lifeless storylines and characters". Aber zurück zum Plot: Evelyn Salt ist eine toughe CIA-Agentin, die von einem russischen Agenten als Doppelagentin dahingestellt wird. In Sorge um ihren Mann, der in die Affäre hineingezogen werden könnte, versucht sie nun dem CIA zu entkommen und dem russischen Spionageuntergrund zuvorzukommen in deren Plan, den russischen Präsidenten zu töten.
So, oder so ähnlich.
Was folgt ist eine Hetzjagd auf, mit und von Salt - die vor allem den Zuschauer immer einen Schritt hinter dem Plot hinterherlaufen lässt, und versucht dem voraussehbaren Twist zu entkommen.
Ab der 10. Minute wurde mir auch klar, dass ich mangelnde Recherchearbeit geleistet habe: Salt stammt aus der Feder von Kurt "Wimmsy" Wimmer, dem wir so Werke wie Ultraviolet und Equilibrium zu verdanken haben. Nun gut, letztgenannter war garnicht so schlecht - aber Salt ist de facto nur eine weitere Version von Ultraviolet und auch ähnlich strukturiert wie Aeon Flux.
Muntere Actioneinlagen zum Selbstzweck, mit einer Hauptakteurin die flacher nicht sein könnte. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Angelina Jolie anzusehen ist furchteinflössend und erinnert mich an den Kartoffelkopf aus Toy Story 3, als er nur aus einem Abschminkpad besteht. Viel! Zu! Dürr! Ekelhaft. Schade eigentlich, denn im auch etwas hirnrissigen Wanted gefiel sie mir noch ganz gut.
Die letzte halbe Stunde von Salt sorgte bei mir nur für konstantes Facepalming aufgrund der obskuren, fehlgeleiteten Story mit halbgaren Charakteren, für die man als Zuschauer keinen Deut empfinden kann.
Toy Story 3: 7/10 IMDB-Punkte
Salt: 3/10 IMDB-Punkten
Dienstag, 1. Juni 2010
Was vom Spielefrühling übrig blieb...
Bei dem schlechten Wetter in den letzten Monaten bleibt einem ja kaum etwas anderes übrig, als im Wohnzimmer zu versauern, während die Freundin ihrem Studium fröhnt.
Es hat sich eine ganze Menge an Spielen angestaut, die ich zwar durchgespielt habe, aber hier noch garnicht erwähnt. So kann das natürlich nicht bleiben.
Es folgt ein Kurzabriss zu: Darksiders, Bioshock 2, Bayonetta, God of War 3, Ratchet & Clank: A Crank in Time, Left 4 Dead 2, Splinter Cell: Conviction, Colin McRae Dirt 2, Ghostbusters, Super Mario Galaxy 2, Red Dead Redemption.
» Vollständiger ArtikelEs hat sich eine ganze Menge an Spielen angestaut, die ich zwar durchgespielt habe, aber hier noch garnicht erwähnt. So kann das natürlich nicht bleiben.
Es folgt ein Kurzabriss zu: Darksiders, Bioshock 2, Bayonetta, God of War 3, Ratchet & Clank: A Crank in Time, Left 4 Dead 2, Splinter Cell: Conviction, Colin McRae Dirt 2, Ghostbusters, Super Mario Galaxy 2, Red Dead Redemption.
Freitag, 26. Februar 2010
Kaufwarnung: Dante's Inferno
Ich liebe Spiele im Stil der alten Arcade-Brawler wie Golden Axe Warrior. Daher bin ich ein großer Fan von der God of War-Serie, und hab viel Spaß mit Bayonetta, Wolverine etc.
Die Demo von Dante's Inferno hat mich damals so überzeugt, dass ich mir das Spiel ungesehen der Reviews einfach bestellt habe. Es schien mir wie eine schön-spielbare Kopie von God of War, was kann da schon schiefgehen?
Grundsätzlich kann man Dante's Inferno am besten klassifizieren, wenn man es mit God of War vergleicht. Das müssen wohl auch die Entwickler von Dante gemacht haben, denn trotz der literarischen Vorlage fühlt man sich sogar bei der Story in God of War versetzt.
Das Problem: Beim Gamedesign müssen sich die Entwickler an ein Whiteboard gesetzt haben, eine schöne Liste von alledem aufgeführt haben, dass God of War unterhaltsam, spielsam und abwechslungsreich macht. Und auf dieses Whiteboard hat man dann die Überschrift Things we WON'T do gesetzt.
Dante ist ein einziger Klumpen uninspirierter Scheiße. Jeder der Circles of Hell spielt sich exakt identisch, lediglich Texturen und Hintergrundsounds sowie ein paar Skyboxes hat man ausgetauscht. Zuerst rangelt man sich an Menschenlianen an einer Wand herab, muss ein paar Prince-of-Persia-mäßige Sprungeinlagen schaffen, kämpft gegen ein Gegnergrüppchen, dann springt man auf sich bewegende Plattformen, kämpft gegen fliegende Gegnergrüppchen, dann läuft man einen Schlauchabschnitt entlang (durchsetzt mit Gegnergrüppchen), dann löst man ein Schiebepuzzle, dann kommt ein Endgegner. Rinse, Repeat.
Mittendrin dabei: Die festgestellte Kamera, bei der die Entwickler immer genau die Einstellung wählen, mit der man die Umgebung am schlechtesten wahrnehmen kann. Überall sind Ecken und Kanten, an denen man runterfällt (=Insta-Death) weil die Kamera suggeriert hier könnte es weitergehen. Oder man timed Sprünge falsch, weil die Kamera sich plötzlich so dreht, dass man Mangels eines Sprungschattens nicht weiß, wo/wie weit man landet. Netterweise hat man den rechten Analogstick nicht wie üblich auf eine Kameradrehung gelegt, sondern damit macht man einen Ausweichsprung. Anfangs besonders nett, wenn man statt die Kamera richtig zu drehen, einen Sprung in den Abgrund tätigt.
Dann dieses unausgegorene Level-Up-System mit "Seelen", die man entweder verdammen oder absolutionieren darf. Nette moralische Grundidee, im Spiel aber total ignoriert. Die einzige Auswirkung der "guten" oder "bösen" Aktion ist, welchen Skilltree man aufrüsten darf. An Waffen gibt es insgesamt zwei plus eine Fernwaffe (mit unendlicher Energie, die das Gameplay total de-balanced), die alle den gesamten Spielverlauf über gleich bleiben und lediglich minimal durch den Skilltree verändert werden.
Durch die Absolve/Punish-Mechanik werden die Kampfszenen auch ad absurdum geführt: Während man eigentlich auf einen Kombo-Freeflow-Kampfstil hinauswollte, muss man zum hochleveln die Gegner aufspießen. Während dieses Vorgangs ist man unerwundbar, der Kampf pausiert quasi, bis man durch pures Buttonmashing die Aktion beendet hat. Anstelle also eine Gruppe mit 10 Gegnern kombovoll in den Orkus zu schicken, pickt man sich jeden einzeln raus (weil man ja die Seelen braucht) und hat einen total verkorksten Kampf.
A propos Buttonmashing: Bei jeder Aufnahme eines Health/Mana/Soul-Packs muss man ungefähr 15-20 mal eine Taste drücken. Ausserdem muss man das bei einigen (normalen) Gegnern machen. Und jedesmal wenn man eine Tür öffnet. Und jetzt das Highlight: Vor jeder Tür sind meist 2-3 Packs platziert, so dass man vor betreten eines neuen Abschnitts ungefähr 80mal die B-Taste gemasht hat. That's fun, isn't it?
Was die Story angeht: Zwischensequenzen erlebt man insgesamt auf drei verschiedene Arten: Entweder per Ingame-Grafik, per Rendersequenz unterschiedlichster Qualität (mal richtig gut, mal qualitativ richtig schlecht) und per Comic-Stil. Lustigerweise wiederholen sich einige der Zwischensequenzen während des Spiels sogar, und sämtlicher "Dialog" wird von Dante's Voicecast ausschließlich schreiend vorgetragen. Dante Alighieri dreht sich dafür sicher in einem ganz eigenen Vorkreis der Hölle um seine eigene Achse.
Wer jetzt noch nicht genügend gewarnt ist, dem sei noch das Zero Punctuation-Review ans Herz gelegt:
Zusammengefasst kann Dante's Inferno ausschließlich eine PR-Kompott von Microsoft sein. Die haben EA einfach dazu angefixt, einen God of War-Ripoff herstellen zu lassen, der möglichst viele God of War-Käufer zum Kauf animiert, und sie dann mit repetitivem Gameplay und Frusttoden so annervt, dass sie keine Lust mehr haben sich God of War 3 zu kaufen.
Die Demo von Dante's Inferno hat mich damals so überzeugt, dass ich mir das Spiel ungesehen der Reviews einfach bestellt habe. Es schien mir wie eine schön-spielbare Kopie von God of War, was kann da schon schiefgehen?
Grundsätzlich kann man Dante's Inferno am besten klassifizieren, wenn man es mit God of War vergleicht. Das müssen wohl auch die Entwickler von Dante gemacht haben, denn trotz der literarischen Vorlage fühlt man sich sogar bei der Story in God of War versetzt.
Das Problem: Beim Gamedesign müssen sich die Entwickler an ein Whiteboard gesetzt haben, eine schöne Liste von alledem aufgeführt haben, dass God of War unterhaltsam, spielsam und abwechslungsreich macht. Und auf dieses Whiteboard hat man dann die Überschrift Things we WON'T do gesetzt.
Dante ist ein einziger Klumpen uninspirierter Scheiße. Jeder der Circles of Hell spielt sich exakt identisch, lediglich Texturen und Hintergrundsounds sowie ein paar Skyboxes hat man ausgetauscht. Zuerst rangelt man sich an Menschenlianen an einer Wand herab, muss ein paar Prince-of-Persia-mäßige Sprungeinlagen schaffen, kämpft gegen ein Gegnergrüppchen, dann springt man auf sich bewegende Plattformen, kämpft gegen fliegende Gegnergrüppchen, dann läuft man einen Schlauchabschnitt entlang (durchsetzt mit Gegnergrüppchen), dann löst man ein Schiebepuzzle, dann kommt ein Endgegner. Rinse, Repeat.
Mittendrin dabei: Die festgestellte Kamera, bei der die Entwickler immer genau die Einstellung wählen, mit der man die Umgebung am schlechtesten wahrnehmen kann. Überall sind Ecken und Kanten, an denen man runterfällt (=Insta-Death) weil die Kamera suggeriert hier könnte es weitergehen. Oder man timed Sprünge falsch, weil die Kamera sich plötzlich so dreht, dass man Mangels eines Sprungschattens nicht weiß, wo/wie weit man landet. Netterweise hat man den rechten Analogstick nicht wie üblich auf eine Kameradrehung gelegt, sondern damit macht man einen Ausweichsprung. Anfangs besonders nett, wenn man statt die Kamera richtig zu drehen, einen Sprung in den Abgrund tätigt.
Dann dieses unausgegorene Level-Up-System mit "Seelen", die man entweder verdammen oder absolutionieren darf. Nette moralische Grundidee, im Spiel aber total ignoriert. Die einzige Auswirkung der "guten" oder "bösen" Aktion ist, welchen Skilltree man aufrüsten darf. An Waffen gibt es insgesamt zwei plus eine Fernwaffe (mit unendlicher Energie, die das Gameplay total de-balanced), die alle den gesamten Spielverlauf über gleich bleiben und lediglich minimal durch den Skilltree verändert werden.
Durch die Absolve/Punish-Mechanik werden die Kampfszenen auch ad absurdum geführt: Während man eigentlich auf einen Kombo-Freeflow-Kampfstil hinauswollte, muss man zum hochleveln die Gegner aufspießen. Während dieses Vorgangs ist man unerwundbar, der Kampf pausiert quasi, bis man durch pures Buttonmashing die Aktion beendet hat. Anstelle also eine Gruppe mit 10 Gegnern kombovoll in den Orkus zu schicken, pickt man sich jeden einzeln raus (weil man ja die Seelen braucht) und hat einen total verkorksten Kampf.
A propos Buttonmashing: Bei jeder Aufnahme eines Health/Mana/Soul-Packs muss man ungefähr 15-20 mal eine Taste drücken. Ausserdem muss man das bei einigen (normalen) Gegnern machen. Und jedesmal wenn man eine Tür öffnet. Und jetzt das Highlight: Vor jeder Tür sind meist 2-3 Packs platziert, so dass man vor betreten eines neuen Abschnitts ungefähr 80mal die B-Taste gemasht hat. That's fun, isn't it?
Was die Story angeht: Zwischensequenzen erlebt man insgesamt auf drei verschiedene Arten: Entweder per Ingame-Grafik, per Rendersequenz unterschiedlichster Qualität (mal richtig gut, mal qualitativ richtig schlecht) und per Comic-Stil. Lustigerweise wiederholen sich einige der Zwischensequenzen während des Spiels sogar, und sämtlicher "Dialog" wird von Dante's Voicecast ausschließlich schreiend vorgetragen. Dante Alighieri dreht sich dafür sicher in einem ganz eigenen Vorkreis der Hölle um seine eigene Achse.
Wer jetzt noch nicht genügend gewarnt ist, dem sei noch das Zero Punctuation-Review ans Herz gelegt:
Zusammengefasst kann Dante's Inferno ausschließlich eine PR-Kompott von Microsoft sein. Die haben EA einfach dazu angefixt, einen God of War-Ripoff herstellen zu lassen, der möglichst viele God of War-Käufer zum Kauf animiert, und sie dann mit repetitivem Gameplay und Frusttoden so annervt, dass sie keine Lust mehr haben sich God of War 3 zu kaufen.
Montag, 15. Februar 2010
The Imaginarium of Doctor Parnassus
Gestern abend haben wir uns in karnevalistischer Anti-Manier zur Spät(eren)-Vorstellung vom Imaginarium of Doctor Parnassus geschleppt. Parnassus ist der aktuelle Film von dem verschrobenen Meisterkopf Terry Gilliam, der uns Filme wie Life of Brian und Brazil und das von mir geliebte 12 Monkeys brachte -- aber auch den gefürchteten "Reboot" der Brothers Grimm.
Zugleich ist dies auch der letzte Film, in dem Heath Ledger kurz vor seinem Tod teilnahm. Durch geschickte Rewrites wurde seine Rolle storymäßig so umgewoben, dass sie von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell beendet werden konnte.
Die Story entfaltet sich ungefähr so: Der durch einen Pakt mit dem Teufel unsterbliche Dr. Parnassus ist nach einigen tausend Jahren des Lebens ein verarmter Freakshow-Zirkus-Artist und reist mit seinem Trupp durch London. Der Clou seiner Show: Durch einen magischen Spiegel kann er Leute in eine Zauberwelt entführen, wo ihre Seele entweder dem Guten oder Bösen zugeführt werden kann. Mittendrin seine junge Tochter - und die soll mit ihrem 16. Geburtstag vom Teufel "eingelöst" werden.
Keine guten Aussichten für den Herrn Parnassus, also beginnt eine mystische Hetzjagd auf mehr Seelen, einen weiteren Pakt für/gegen den Teufel - und noch mehr mittendrin ein Gedächtnisverlorener Tony (Heath Ledger et al), der eine entscheidende Rolle zu spielen scheint...
» Vollständiger ArtikelZugleich ist dies auch der letzte Film, in dem Heath Ledger kurz vor seinem Tod teilnahm. Durch geschickte Rewrites wurde seine Rolle storymäßig so umgewoben, dass sie von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell beendet werden konnte.
Die Story entfaltet sich ungefähr so: Der durch einen Pakt mit dem Teufel unsterbliche Dr. Parnassus ist nach einigen tausend Jahren des Lebens ein verarmter Freakshow-Zirkus-Artist und reist mit seinem Trupp durch London. Der Clou seiner Show: Durch einen magischen Spiegel kann er Leute in eine Zauberwelt entführen, wo ihre Seele entweder dem Guten oder Bösen zugeführt werden kann. Mittendrin seine junge Tochter - und die soll mit ihrem 16. Geburtstag vom Teufel "eingelöst" werden.
Keine guten Aussichten für den Herrn Parnassus, also beginnt eine mystische Hetzjagd auf mehr Seelen, einen weiteren Pakt für/gegen den Teufel - und noch mehr mittendrin ein Gedächtnisverlorener Tony (Heath Ledger et al), der eine entscheidende Rolle zu spielen scheint...
Dienstag, 2. Februar 2010
And the Nominees are...
Weil ich ja jedes Jahr auf's neue die potentiellen Oscar-Gewinner falsch voraussege, mach ich dieses Jahr eine kleine Variation davon.
Die Oscars zu denen ich garkeine Ahnung habe lasse ich natürlich raus. Zeichen sind kostbar.
Best Motion Picture
Ich sage: Inglorious Basterds. Toller Charakterfilm. Alternativ auch gern A Serious Man.
Jury sagt: Avatar
Bitte Bloß nicht: Avatar, weil es als "Best Movie" ja wirklich nur ein Pocahontas-Ripoff ist. Und District 9, weil das höchstens ein "Best Short Movie sadly bumped up to a Motion Picture which Should Not Have Ever Happened".
Best Performance by an Actor in a Leading Role
Ich sage: George Clooney (Up in the Air). Zwar nicht gesehen, aber der Trailer is toll.
Jury sagt: Morgan Freeman.
Best Performance by an Actress in a Leading Role
Ich sage: Meryl Streep (Julie and Julia)
Jury sagt: Helen Mirren
Best Performance by an Actor in a Supporting Role
Ich sage: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Jury sagt: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Bitte Bloß nicht: Matt Damon. Der ist einfach kein Oscarmaterial. Trotzdem hab ich den Film noch nicht gesehen.
Best Performance by an Actress in a Supporting Role
Ich sage: Maggie Gyllenhall. Die find ich ja toll, und für den Film muss sie bestimmt belohnt werden. Hab ich natürlich nicht gesehen.
Jury sagt: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.
Bitte Bloß nicht: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.
Best Achievement in Directing
Ich sage: James Cameron (Avatar). Das zu regisseurieren ist schon ne Meisterleistung.
Jury sagt: James Cameron.
Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen
Ich sage: Quentin Tarantino (Inglorious Basterds). Aber für die Coens würd ich mich auch freuen.
Jury sagt: Quentin Tarantino.
Bitte Bloß nicht: Bob Peterson/Pete Docter für Up. Das war schon arg klischeeig.
Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published
Ich sage: Up in the Air
Jury sagt: Up in the Air
Bitte Bloß nicht: District 9. Siehe oben.
Best Achievement in Cinematography
Ich sage: Avatar. Einfach bestaunbar.
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Harry Potter. Grau in Grau fand ich jetzt nicht so cinematographisch.
Best Achievement in Editing
Ich sage: District 9. Das einzig gute an dem Film war das Editing.
Jury sagt: District 9
Best Achievement in Art Direction
Ich sage: Avatar. Schon wieder. Sagte ich schon "hübsch"?
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Sherlock Holmes. Pappmachée.
Best Achievement in Costume Design
Ich sage: Nine
Jury sagt: Nine
Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score
Ich sage: Up. Recht passend und schön.
Jury sagt: Up.
Bitte Bloß nicht: Horner und Zimmer, den Einheitsbrei kann ich bald nicht mehr hören.
Best Achievement in Sound
Ich sage: Star Trek.
Jury sagt: Avatar.
Best Achievement in Visual Effects
Ich sage: Avatar. Der is ja sowas von klar, da müsste man garkeine anderen mehr nomnomnomieren.
Jury sagt: Avatar.
Best Animated Feature Film of the Year
Ich sage: Coraline. Mochte ich zwar nicht, aber ist mal was anderes als der Pixar-Einheitslook.
Jury sagt: Up
Die Oscars zu denen ich garkeine Ahnung habe lasse ich natürlich raus. Zeichen sind kostbar.
Best Motion Picture
Ich sage: Inglorious Basterds. Toller Charakterfilm. Alternativ auch gern A Serious Man.
Jury sagt: Avatar
Bitte Bloß nicht: Avatar, weil es als "Best Movie" ja wirklich nur ein Pocahontas-Ripoff ist. Und District 9, weil das höchstens ein "Best Short Movie sadly bumped up to a Motion Picture which Should Not Have Ever Happened".
Best Performance by an Actor in a Leading Role
Ich sage: George Clooney (Up in the Air). Zwar nicht gesehen, aber der Trailer is toll.

Jury sagt: Morgan Freeman.
Best Performance by an Actress in a Leading Role
Ich sage: Meryl Streep (Julie and Julia)
Jury sagt: Helen Mirren
Best Performance by an Actor in a Supporting Role
Ich sage: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Jury sagt: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Bitte Bloß nicht: Matt Damon. Der ist einfach kein Oscarmaterial. Trotzdem hab ich den Film noch nicht gesehen.

Best Performance by an Actress in a Supporting Role
Ich sage: Maggie Gyllenhall. Die find ich ja toll, und für den Film muss sie bestimmt belohnt werden. Hab ich natürlich nicht gesehen.
Jury sagt: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.
Bitte Bloß nicht: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.
Best Achievement in Directing
Ich sage: James Cameron (Avatar). Das zu regisseurieren ist schon ne Meisterleistung.
Jury sagt: James Cameron.
Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen
Ich sage: Quentin Tarantino (Inglorious Basterds). Aber für die Coens würd ich mich auch freuen.
Jury sagt: Quentin Tarantino.
Bitte Bloß nicht: Bob Peterson/Pete Docter für Up. Das war schon arg klischeeig.
Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published
Ich sage: Up in the Air
Jury sagt: Up in the Air
Bitte Bloß nicht: District 9. Siehe oben.
Best Achievement in Cinematography
Ich sage: Avatar. Einfach bestaunbar.
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Harry Potter. Grau in Grau fand ich jetzt nicht so cinematographisch.
Best Achievement in Editing
Ich sage: District 9. Das einzig gute an dem Film war das Editing.
Jury sagt: District 9
Best Achievement in Art Direction
Ich sage: Avatar. Schon wieder. Sagte ich schon "hübsch"?
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Sherlock Holmes. Pappmachée.
Best Achievement in Costume Design
Ich sage: Nine
Jury sagt: Nine
Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score
Ich sage: Up. Recht passend und schön.
Jury sagt: Up.
Bitte Bloß nicht: Horner und Zimmer, den Einheitsbrei kann ich bald nicht mehr hören.
Best Achievement in Sound
Ich sage: Star Trek.
Jury sagt: Avatar.
Best Achievement in Visual Effects
Ich sage: Avatar. Der is ja sowas von klar, da müsste man garkeine anderen mehr nomnomnomieren.
Jury sagt: Avatar.
Best Animated Feature Film of the Year
Ich sage: Coraline. Mochte ich zwar nicht, aber ist mal was anderes als der Pixar-Einheitslook.
Jury sagt: Up
Freitag, 29. Januar 2010
A Serious Man
Getreu dem Motto meines letzten Blogartikels endlich mal wieder ein Filmbericht. Mit Christoph, dem netten Serienjunkie vom Arbeitsplatz nebenan, bin ich am Mittwoch in Köln in A Serious Man gegangen.
An dieser Stelle stand eigentlich eine hübsche Beschreibung über die Story des Films. Ich habe mich aber bewusst entschlossen, die Story aussen vor zu lassen. Da ich in den Film auch ziemlich jungfräulich ging, war das Erleben des Films der Teil, der am meisten Spaß gemacht hat. Und da ich am Ende dieses Kurzreviews den Film mit Nachdruck empfehlen werde, soll niemandem der Filmgenuss ohne genaue Storykenntnis verwehrt bleiben.
A Serious Man ist der aktuelle Film der Coen-Brüder, die für solche Werke wie O Brother Where Art Though oder No Country for Old Men verantwortlich sind. In klassischer Coen-Tradition verfällt auch dieser Film, der im wesentlichen eine Charakter-Odyssee ist.
Große Teile des Films werden mit starrer Kamera gedreht, es gibt kaum Bewegung. Die Charaktere und der Dialog stehen im Vordergrund, jeder Wortwechsel ist ein Genuss. Dabei wechseln sich subtiler Humor, dunkler Humor, Slapstick und Drama in einer Weise ab, die man tatsächlich nur aus Coen- oder Tarantino-Filmen kennt. Im einen Satz lacht man noch lauthals, im nächsten fühlt man einen Klos in den Hals nachrutschen.
Wer die Geduld hat, sich auf die gemächlich vorgetragene Gefühlswelt des Hauptcharakters einzulassen wird belohnt mit Analogien und spirituellen Grundfragen des Lebens.
Bekanntere Hollywood-Nebendarsteller haben lustige oder tragische Nebenrollen, die den Film für mich stark aufgelockert haben. Der minimalistische Soundtrack hat mich begeistert, und die Kulissen eines prüden, jüdischen Amerikas der 1960er waren fantastisch anzusehen. Diese Blumenvasen, Lampen, Tapeten, Schränke - man fühlt sich, als würde man während des Filmes in genau diesen Orten mit dabei sein.
Der Serious Man hat zahlreiche Stellen, an denen man sich haareraufend fragt, was die jeweilige Szene jetzt gerade "soll". Irgendwie habe ich aus jeder noch so abstrusen Szene etwas ziehen können, egal ob Humor oder Nachdenklichkeit. Das große Ganze muss man sich wohl selbst dazu denken, aber dazu bietet der Film genügend deutungsfähige Szenen.
Im kurzen: David Lynch meets Seth McFarlane. Abstrusität meets skuriler Humor.
Ich habe es geliebt, und kann jedem auch nur eindringlich die Version im O-Ton empfehlen. Eine möglicherweise um die jiddische Sprache gekürzte und glattgebügelte Deutsche Version dürfte viel von dem Charme verlieren.
9 IMDB-Punkte.
An dieser Stelle stand eigentlich eine hübsche Beschreibung über die Story des Films. Ich habe mich aber bewusst entschlossen, die Story aussen vor zu lassen. Da ich in den Film auch ziemlich jungfräulich ging, war das Erleben des Films der Teil, der am meisten Spaß gemacht hat. Und da ich am Ende dieses Kurzreviews den Film mit Nachdruck empfehlen werde, soll niemandem der Filmgenuss ohne genaue Storykenntnis verwehrt bleiben.
A Serious Man ist der aktuelle Film der Coen-Brüder, die für solche Werke wie O Brother Where Art Though oder No Country for Old Men verantwortlich sind. In klassischer Coen-Tradition verfällt auch dieser Film, der im wesentlichen eine Charakter-Odyssee ist.
Große Teile des Films werden mit starrer Kamera gedreht, es gibt kaum Bewegung. Die Charaktere und der Dialog stehen im Vordergrund, jeder Wortwechsel ist ein Genuss. Dabei wechseln sich subtiler Humor, dunkler Humor, Slapstick und Drama in einer Weise ab, die man tatsächlich nur aus Coen- oder Tarantino-Filmen kennt. Im einen Satz lacht man noch lauthals, im nächsten fühlt man einen Klos in den Hals nachrutschen.
Wer die Geduld hat, sich auf die gemächlich vorgetragene Gefühlswelt des Hauptcharakters einzulassen wird belohnt mit Analogien und spirituellen Grundfragen des Lebens.
Bekanntere Hollywood-Nebendarsteller haben lustige oder tragische Nebenrollen, die den Film für mich stark aufgelockert haben. Der minimalistische Soundtrack hat mich begeistert, und die Kulissen eines prüden, jüdischen Amerikas der 1960er waren fantastisch anzusehen. Diese Blumenvasen, Lampen, Tapeten, Schränke - man fühlt sich, als würde man während des Filmes in genau diesen Orten mit dabei sein.
Der Serious Man hat zahlreiche Stellen, an denen man sich haareraufend fragt, was die jeweilige Szene jetzt gerade "soll". Irgendwie habe ich aus jeder noch so abstrusen Szene etwas ziehen können, egal ob Humor oder Nachdenklichkeit. Das große Ganze muss man sich wohl selbst dazu denken, aber dazu bietet der Film genügend deutungsfähige Szenen.
Im kurzen: David Lynch meets Seth McFarlane. Abstrusität meets skuriler Humor.
Ich habe es geliebt, und kann jedem auch nur eindringlich die Version im O-Ton empfehlen. Eine möglicherweise um die jiddische Sprache gekürzte und glattgebügelte Deutsche Version dürfte viel von dem Charme verlieren.
9 IMDB-Punkte.
(Seite 1 von 65, insgesamt 650 Einträge)
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