Sonntag, 1. Januar 2012
Warrior, Sherlock Holmes: A Game of Shadows
Am Freitagabend war ich gemeinsam mit Felix und Sebastian in Sherlock Holmes: A Game of Shadows. Der erste Teil war für mich mit seinem Actionfokus schon etwas mau, aber visuell doch ganz schön gemacht - daher hatte ich auch eher recht geringe Ansprüche an den zweiten Teil. Die wurden dafür auch wenigstens erfüllt; im Gesamten ist der Film eigentlich ein Aufguss des erste Teils, zwar mit einer epischeren Drumrumgeschichte, und mit mehr Indiana-Jones-mäßigem Europa-bereisen - aber im Resultat irgendwie einfach more of the same.
Viele der SFX-Shots sind ganz liebevoll gemacht, aber seien wir mal ehrlich: Was die BBC mit der heute in der zweiten Staffel beginnenden Sherlock-Serie gemacht hat, ist des Stoffs einfach mehr würdig also so ein Batlock wie im Film. 6 IMDB-Punkte
Wesentlich ergreifender fand ich Warrior, der hier in Deutschland als Direct-to-Video Release einen Auftakt machen wird. Im Grunde genommen ist der Film ein klassischer Million Dollar Baby meets Rocky, im Mixed-Martial-Arts Umfeld.
Der Sport wird schon ziemlich packend rübergebracht, die herzergreifende Familienstory drumherum ist ebenfalls recht gut inszeniert. Topfilm, ich würde ihn direkt ein zweites Mal anschauen. Und über die harten Schultermuskeln von Tom Hardy (zukünftiger Bane im nächsten Batman) kommt man nicht drüber weg. 9 IMDB-Punkte.
Viele der SFX-Shots sind ganz liebevoll gemacht, aber seien wir mal ehrlich: Was die BBC mit der heute in der zweiten Staffel beginnenden Sherlock-Serie gemacht hat, ist des Stoffs einfach mehr würdig also so ein Batlock wie im Film. 6 IMDB-Punkte
Wesentlich ergreifender fand ich Warrior, der hier in Deutschland als Direct-to-Video Release einen Auftakt machen wird. Im Grunde genommen ist der Film ein klassischer Million Dollar Baby meets Rocky, im Mixed-Martial-Arts Umfeld.
Der Sport wird schon ziemlich packend rübergebracht, die herzergreifende Familienstory drumherum ist ebenfalls recht gut inszeniert. Topfilm, ich würde ihn direkt ein zweites Mal anschauen. Und über die harten Schultermuskeln von Tom Hardy (zukünftiger Bane im nächsten Batman) kommt man nicht drüber weg. 9 IMDB-Punkte.
Sonntag, 25. Dezember 2011
Serienrückblick 2011
2011 war nicht gerade das schlechteste Jahr für einen Medienjunkie wie mich. Alle Serien sind in Weihnachtspause, es kommen keine neuen Spiele mehr raus - was liegt also näher als ein Jahresrückblick?
Dieses Jahr war auch Zeit ein paar alte Zöpfe abzuschneiden, aufsteigend sortiert nach Bwaaaah, ich ertrags nicht mehr
Chuck
War schon viel zu lange more of the same, die neue Staffel hatte einen völlig uninteressanten Ausgangspunkt, und Yvonne Strahovski kurze Haare. Da hält mich nicht viel.
Eureka
Wurde in der letzten Staffel zu einer unsagbare schlechten Soap, bei der auch die Autoren nicht mehr wussten was sie hier eigentlich verkaufen wollen.
Grimm 2011
Hier habe ich schon nach 2 Folgen abgebrochen, da sowohl Hauptdarsteller als auch Plotline so dermaßen 08/15 waren, dass ich überhaupt kein Potential in der Story sah.
Once Upon A Time 2011
Ähnlich wie Grimm eine neue Märchenserie. Während Grimm sich eher auf eine Monster of the Week-Thematik mit ein paar Buffy-Elementen herausgesucht hat, geht Once upon a Time den familienfreundlicheren Weg und bringt mehr Charakterspiel und übergreifende Story auf den Tisch. Dennoch wurde es mir hier nach 6 Folgen zu unambitioniert und zu soapig.
Bored Walk Empire
Obwohl ich die erste Staffel eigentlich recht spannend fand, hatte ich überhaupt keine Motivation die zweite auch nur ansatzweise zu verfolgen. Für mich war die Story rund um Nookie erzählt, mehr will ich nicht.
The Walking Dead
Schon die erste Staffel fand ich enorm schlecht; das packende Ausgangsszenario wurde erstickt in einem Keim an langweiligen Filler-Episoden mit hölzernen Darstellern und keinem überspringenden Funken. Die erste Folge der zweiten Staffel war noch schlechter, als die letzte endete - für mich war da klar, dass ich davon nichts weiter ertragen würde.
Wilfred 2011
Von der Beschreibung her klang Wilfred eigentlich genau richtig für mich: Etwas verrückte Story eines depressiven Typen, der seinen Nachbarshund in Menschenform sprechen hört und sich mit ihm anfreundet und Lebensweisheiten vermittelt bekommt. Für mich war das aber so over the top, dass mich die Interaktion der beiden Hauptdarsteller um die Nerven gebracht hat.
Nikita
Eine ganze Staffel hiervon habe ich nur wegen Maggie Q ertragen, aber das muss reichen. Die Story wurde ab Ende der ersten Staffel so sehr auf Girlie-Action umgetrimmt, dass ich mich bewusst von der Zielgruppe distanzieren musste.
2011 sind auch einige Serien ausgelaufen, bzw. abgebrochen worden, denen ich bis zum (teils bitteren) Ende treu geblieben bin. Diesmal aufsteigend sortiert nach Argh, warum habt ihr das abgebrochen!
» Vollständiger ArtikelAbgebrochene Serien
Dieses Jahr war auch Zeit ein paar alte Zöpfe abzuschneiden, aufsteigend sortiert nach Bwaaaah, ich ertrags nicht mehr
Chuck
War schon viel zu lange more of the same, die neue Staffel hatte einen völlig uninteressanten Ausgangspunkt, und Yvonne Strahovski kurze Haare. Da hält mich nicht viel.
Eureka
Wurde in der letzten Staffel zu einer unsagbare schlechten Soap, bei der auch die Autoren nicht mehr wussten was sie hier eigentlich verkaufen wollen.
Grimm 2011
Hier habe ich schon nach 2 Folgen abgebrochen, da sowohl Hauptdarsteller als auch Plotline so dermaßen 08/15 waren, dass ich überhaupt kein Potential in der Story sah.
Once Upon A Time 2011
Ähnlich wie Grimm eine neue Märchenserie. Während Grimm sich eher auf eine Monster of the Week-Thematik mit ein paar Buffy-Elementen herausgesucht hat, geht Once upon a Time den familienfreundlicheren Weg und bringt mehr Charakterspiel und übergreifende Story auf den Tisch. Dennoch wurde es mir hier nach 6 Folgen zu unambitioniert und zu soapig.
Bored Walk Empire
Obwohl ich die erste Staffel eigentlich recht spannend fand, hatte ich überhaupt keine Motivation die zweite auch nur ansatzweise zu verfolgen. Für mich war die Story rund um Nookie erzählt, mehr will ich nicht.
The Walking Dead
Schon die erste Staffel fand ich enorm schlecht; das packende Ausgangsszenario wurde erstickt in einem Keim an langweiligen Filler-Episoden mit hölzernen Darstellern und keinem überspringenden Funken. Die erste Folge der zweiten Staffel war noch schlechter, als die letzte endete - für mich war da klar, dass ich davon nichts weiter ertragen würde.
Wilfred 2011
Von der Beschreibung her klang Wilfred eigentlich genau richtig für mich: Etwas verrückte Story eines depressiven Typen, der seinen Nachbarshund in Menschenform sprechen hört und sich mit ihm anfreundet und Lebensweisheiten vermittelt bekommt. Für mich war das aber so over the top, dass mich die Interaktion der beiden Hauptdarsteller um die Nerven gebracht hat.
Nikita
Eine ganze Staffel hiervon habe ich nur wegen Maggie Q ertragen, aber das muss reichen. Die Story wurde ab Ende der ersten Staffel so sehr auf Girlie-Action umgetrimmt, dass ich mich bewusst von der Zielgruppe distanzieren musste.
Beendete Serien
2011 sind auch einige Serien ausgelaufen, bzw. abgebrochen worden, denen ich bis zum (teils bitteren) Ende treu geblieben bin. Diesmal aufsteigend sortiert nach Argh, warum habt ihr das abgebrochen!
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Garvin, hörst Du gerne Musik?
Per E-Mail kam heute eine Frage rein: "Garvin, hörst Du gerne Musik?"
Executive Summary: Nein. Aber ich würde, wenn man mich ließe.
In der Schule war alles noch so einfach. Man fuhr mit seinem Walkman im Schulbus, tauschte mit Klassenkameraden die Kassetten aus und sprach ständig über die coolste, neueste, härteste oder witzigste Musik. Oder hörte im Erdkundeunterricht den Mitschülern beim plaudern darüber zu. Und zuhause lief während den Hausaufgaben MTV mit den coolsten neuen Nirvana-Videos, über die man sich am nächsten Tag dann unterhalten konnte.
Und schon waren die Neunziger vorbei, und alles ändert sich. MTV und VIVA haben mir Musikvideos Anfang 2000 madig gemacht, da von einer Stunde TV-Programm ungefähr 15 Minuten Musik liefern. Man hörte den Jamba-Werbejingle am Tag öfter, als ein gutes Lied.
Meine eigene Musiksammlung kenne ich inzwischen in- und auswendig, und packe sie höchstens mal aus wenn ich neue Handy-Klingeltöne brauche. Radio wird auf der Arbeit nicht mehr gehört, seit die Werbeunterbrechungen nur noch aus psychoakkustisch hervorgehobenen Frequenzbändern bestehen und man öfter doofe Radiomoderatoren bei schlechter Stand-Up-Comedy bzw. Comedy-Programmen mit Promi-Imitationsstimmen (Poldi...) hören muss als Musik. Denn das, was von der Musik übrig bleibt ist eine Heavy Rotation von 20 Musiktiteln in der Woche.
Während der Berufspendelei gucke ich TV-Serien, höre Podcasts, lese Bücher. Die wenige aktuelle Musik, die ich aus TV-Berieselung mitbekomme höre ich nur ein paar Mal, dann habe ich genug, weil ich wiederholenden Content nicht ertragen kann - egal wie schön ein Lied auch ist, öfter als 15-20mal kann ich es innerhalb von 5 Jahren nicht gewollt hören.
Was bleibt also in den Modernen Zehnern (ab wann lassen wir 2000 eigentlich wieder weg?) übrig? Richtig, Internetradio.
Und ich hasse Internetradio, aus mehreren Gründen.
Hauptsächlich ist da die stark schwankende Qualität und Normalisierung der Lieder (I'm looking at you, Youtube and Grooveshark!). Mal hört man minderwertig geripptes Zeug, mal tonverzerrt, und meistens total abstruse Musik von Künstlern, die man gerne wieder direkt vergessen würde. Mein 'Web of Trust' mit idempotentischer Geschmacksverteilung ist leider non-existent, zumal es einfach zu viele schwankende Musikplattformen gibt die gerade en vogue sind, bevor sie von der Musikindustrie in Grund und Boden geklagt wurden.
Was von der Musik nach GEMA-Bereinigung im Internet zurückbleibt ist ein trauriges Rinnsal an nicht für mich gemachter Musik; die Filtermechanismen die wirklich auf mich geeignetes Material produzieren müssen wohl noch gefunden werden, da mein Geschmack von Slipknot bis zu Robbie Williams reicht.
Ganz abgesehen davon ist Internetradio in Deutschland finanziell unattraktiv (I'm looking at you, Simfy - 10 Euro im Monat?). Wofür zahle ich eigentlich noch gleich GEZ, wenn ich für Musikkonsum extra zur Kasse gebeten werde? Und zwischen gefühlten 7 Milliarden Internetradio-Streams mal einen vernünftigen herauszufinden klingt für mich mehr nach Arbeit als nach Entspannung.
In den letzten 10 Jahren habe ich vermutlich rund 300 Lieder gehört. Ich wäre durchaus bereit, mich da wieder auf etwas neues einzulassen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die richtige Antwort auf die Frage müsste aber daher wohl lauten: "Nicht gerne genug, um dafür die Schmerzen in Kauf zu nehmen".
Executive Summary: Nein. Aber ich würde, wenn man mich ließe.
In der Schule war alles noch so einfach. Man fuhr mit seinem Walkman im Schulbus, tauschte mit Klassenkameraden die Kassetten aus und sprach ständig über die coolste, neueste, härteste oder witzigste Musik. Oder hörte im Erdkundeunterricht den Mitschülern beim plaudern darüber zu. Und zuhause lief während den Hausaufgaben MTV mit den coolsten neuen Nirvana-Videos, über die man sich am nächsten Tag dann unterhalten konnte.
Und schon waren die Neunziger vorbei, und alles ändert sich. MTV und VIVA haben mir Musikvideos Anfang 2000 madig gemacht, da von einer Stunde TV-Programm ungefähr 15 Minuten Musik liefern. Man hörte den Jamba-Werbejingle am Tag öfter, als ein gutes Lied.
Meine eigene Musiksammlung kenne ich inzwischen in- und auswendig, und packe sie höchstens mal aus wenn ich neue Handy-Klingeltöne brauche. Radio wird auf der Arbeit nicht mehr gehört, seit die Werbeunterbrechungen nur noch aus psychoakkustisch hervorgehobenen Frequenzbändern bestehen und man öfter doofe Radiomoderatoren bei schlechter Stand-Up-Comedy bzw. Comedy-Programmen mit Promi-Imitationsstimmen (Poldi...) hören muss als Musik. Denn das, was von der Musik übrig bleibt ist eine Heavy Rotation von 20 Musiktiteln in der Woche.
Während der Berufspendelei gucke ich TV-Serien, höre Podcasts, lese Bücher. Die wenige aktuelle Musik, die ich aus TV-Berieselung mitbekomme höre ich nur ein paar Mal, dann habe ich genug, weil ich wiederholenden Content nicht ertragen kann - egal wie schön ein Lied auch ist, öfter als 15-20mal kann ich es innerhalb von 5 Jahren nicht gewollt hören.
Was bleibt also in den Modernen Zehnern (ab wann lassen wir 2000 eigentlich wieder weg?) übrig? Richtig, Internetradio.
Und ich hasse Internetradio, aus mehreren Gründen.
Hauptsächlich ist da die stark schwankende Qualität und Normalisierung der Lieder (I'm looking at you, Youtube and Grooveshark!). Mal hört man minderwertig geripptes Zeug, mal tonverzerrt, und meistens total abstruse Musik von Künstlern, die man gerne wieder direkt vergessen würde. Mein 'Web of Trust' mit idempotentischer Geschmacksverteilung ist leider non-existent, zumal es einfach zu viele schwankende Musikplattformen gibt die gerade en vogue sind, bevor sie von der Musikindustrie in Grund und Boden geklagt wurden.
Was von der Musik nach GEMA-Bereinigung im Internet zurückbleibt ist ein trauriges Rinnsal an nicht für mich gemachter Musik; die Filtermechanismen die wirklich auf mich geeignetes Material produzieren müssen wohl noch gefunden werden, da mein Geschmack von Slipknot bis zu Robbie Williams reicht.
Ganz abgesehen davon ist Internetradio in Deutschland finanziell unattraktiv (I'm looking at you, Simfy - 10 Euro im Monat?). Wofür zahle ich eigentlich noch gleich GEZ, wenn ich für Musikkonsum extra zur Kasse gebeten werde? Und zwischen gefühlten 7 Milliarden Internetradio-Streams mal einen vernünftigen herauszufinden klingt für mich mehr nach Arbeit als nach Entspannung.
In den letzten 10 Jahren habe ich vermutlich rund 300 Lieder gehört. Ich wäre durchaus bereit, mich da wieder auf etwas neues einzulassen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die richtige Antwort auf die Frage müsste aber daher wohl lauten: "Nicht gerne genug, um dafür die Schmerzen in Kauf zu nehmen".
Donnerstag, 25. August 2011
Super 8, Planet of the Apes, The Mechanic
Vorab Notiz an mich: Zu Kinofilmen immer Felix mitnehmen; statistisch ziemlich konstant waren fast alle zuletzt mit ihm geguckten Filme immer gut. Alternativ habe ich es auch nur endlich gelernt, vorab die Spreu vom Heu zu trennen.
In den letzten 7 Tagen habe ich es zweimal ins Kino geschafft; trotz organisatorischer Unzulänglichkeiten ist das eine verdammt gute Quote.
Rise of the Planet of the Apes
Der eine Film war Rise of the Planet of the Apes. Für mich sowieso ein Pflichtfilm, da ich den 1968er Klassiker Planet of the Apes für meine persönliche Filmgeschichte als Meilenstein ansehe (und daher auch das schlimme Wahlberg-Remake über mich hatte ergehen lassen). Das ganze siedelt sich als Vorspiel zum Filmklassiker an und beschreibt, wie die Affen an die Weltherrschaft kamen. Dabei schlägt der Film viele menschliche und sanfte Töne an, zeigt das Aufwachsen von Schlaubi-Affe Caesar. Der Großteil des Films wird dialogarm und mit viel Emotionen, Bild- und Zeichensprache getragen - und erinnert damit fast etwas an E.T. oder Wall-E.
Die Emotionen des mal wieder von Andy Serkis großartig digitalisiert-animierten Affens. Erst im letzten Drittel kommt dann das obligatorische Actionfeuerwerk dazu, das hätte ich in dem Film garnicht unbedingt gebraucht - zumal ich eher ständig über den Realismus der Affenrevolution nachdenken musste.
Insgesamt trägt der Film ein bekanntes Thema über die Grundlagen von Menschlichkeit und Sozialität ganz nett hervor, auch James diFranco hat seinen Charakter für mich mal wieder charismatisch vorgetragen. 7/10 Punkten, vor allem weil mir bei solchen Prequel-Filmen das im Hinterkopf bekannte Ende den Genuss senkt, und weil man schon auch etwas auf die Klischee-Schubladen zurückgreift.
Super 8
Zweiter Kino-Film war die Spielberg/JJ Abrams-Co-Produktion Super 8. Die Trailer bewerben den Film etwas als klassische 80er-Jahre Mixtur aus E.T. und The Goonies. Kurzgefasst trifft es das absolut. Super8 ist ein (ohne Starschauspieler) toll emotionalisierender und ruhiger, charaktergetragener Film über eine Gruppe Jugendlicher, die bei einer riesigen Militärverschwörung ihren Mann stehen müssen.
Das ganze beginnt mit einem Schüler-Projekt, in dem die Gruppe einen eigenen Film (mit Zombies!) drehen will und dabei eines Abends mitten in ein gigantisches Zugunglück gerät, dass die ein oder andere spektakuläre Auswirkung auf die idyllische Kleinstadt und die Kinder hat.
Die im Film aufgebaute Atmosphäre ist etwas, dass mich absolut zurück in die Filme der 80er versetzt. Kleinste Details sind stimmig, Kleidung und Einrichtung fühlen sich so wohlig heimisch an, das man sich bei dem Film wie in ein kleines Nest einkuscheln möchte. Man spürt die Begeisterung der Kinder für ihr Filmprojekt, erlebt die Verschwörung durch ihre Augen.
Und selbst wenn der Film mit Effekten aufwartet, die einem Bruckheimer-Blockbuster in nichts nachstehen, tut er das auf eine derart faszinierende Art und Weise, dass man wie beim Zugcrash Minutenlang mit offenem Mund auf den Schirm glotzt und nur noch ein "Wow" hinauskeucht. Genauso begeistert bin ich von dem tollen Casting der kleinen Schauspielern - jeder trägt seinen Teil bei: Ob die aufrichtige und leidende Motivation Joe, das begeisterte Bossing von Fattie-Charles oder das einfach tiefgründige und fesselnde Acting von Alice (Elle Fanning, für mich der Star des Films).
Abzug in der B-Note gibt's in dem Film natürlich für die nervig überfrachteten JJ-Lens-Flares und hauptsächlich für das letzte Drittel des Films, wo man doch wieder den stumpfsinnigen Kriegsactionanteil in die Höhe treibt und auch etwas unglaubwürdig wirkt. Da hat Spielberg damals mit ET doch irgendwie das bessere Konzept gehabt. Wie der Name schon suggeriert kriegt Super 8 von mir 8 IMDB-Punkte.
The Mechanic
Nachdem ich jetzt mit Punkten um mich geworfen habe, muss man das ganze auch wieder etwas aufwiegen. An einem öden Sonntagnachmittagabend haben wir uns zwar in bester Gesellschaft, aber mit miesester Filmauswahl beschäftigt: The Mechanic. Normalerweise ist Jason Statham für mich ein Garant für actionlastiges Popcorn-Kino, aber was der Mechanic hier storymäßig aus dem Hut zaubert, zaubert mir den Hut ins Gesicht, unter die Augen und bis über die Kinnlade. Herr, wirf Sinn vom Himmel - was hier präsentiert wird hat weder Hand, Halt noch Fuß. Die Aneinanderreihung von unmotivierten Handlungssträngen ohne Moral und Ambition lässt einem Haare wie Schuppen vor den Augen herunterfallen. Und wenn Herr Statham dann wenigstens mal ein paar seiner Signature-Kampfmoves ausführen darf, dann nur in Minimalstdauer - der Rest ist hirnlose Ballerei.
Falls mein Fazit bis hierhin noch nicht so durchschien: Bitte nicht angucken. 2/10 IMDB-Punkten.
...and one more thing (in memoriam)
Auch vor kurzem gesehen, aber nicht mehr präsent genug um dafür gut reviewen zu können:
Hall Pass, total tolle Komödie über Seitensprünge mit etwas Slapstick und viel Sub-Gürtellinie-Scherzen á la Forgetting Sarah Marshall (8 IMDB-Punkte).
The Fighter, Charakterfilm über die schlängelhaft verlaufende Sportkarriere eines Boxers . Meisterhafter Co-Star in Gestalt von Christian Bale, der dafür mehr als einen Oscar verdient hätte. Sehr toller Film mit viel spürbarem Herzblut, aber von Wahlberg nicht so ganz perfekt ausgefüllt (8 IMDB-Punkte).
In den letzten 7 Tagen habe ich es zweimal ins Kino geschafft; trotz organisatorischer Unzulänglichkeiten ist das eine verdammt gute Quote.
Rise of the Planet of the Apes
Der eine Film war Rise of the Planet of the Apes. Für mich sowieso ein Pflichtfilm, da ich den 1968er Klassiker Planet of the Apes für meine persönliche Filmgeschichte als Meilenstein ansehe (und daher auch das schlimme Wahlberg-Remake über mich hatte ergehen lassen). Das ganze siedelt sich als Vorspiel zum Filmklassiker an und beschreibt, wie die Affen an die Weltherrschaft kamen. Dabei schlägt der Film viele menschliche und sanfte Töne an, zeigt das Aufwachsen von Schlaubi-Affe Caesar. Der Großteil des Films wird dialogarm und mit viel Emotionen, Bild- und Zeichensprache getragen - und erinnert damit fast etwas an E.T. oder Wall-E.
Die Emotionen des mal wieder von Andy Serkis großartig digitalisiert-animierten Affens. Erst im letzten Drittel kommt dann das obligatorische Actionfeuerwerk dazu, das hätte ich in dem Film garnicht unbedingt gebraucht - zumal ich eher ständig über den Realismus der Affenrevolution nachdenken musste.
Insgesamt trägt der Film ein bekanntes Thema über die Grundlagen von Menschlichkeit und Sozialität ganz nett hervor, auch James diFranco hat seinen Charakter für mich mal wieder charismatisch vorgetragen. 7/10 Punkten, vor allem weil mir bei solchen Prequel-Filmen das im Hinterkopf bekannte Ende den Genuss senkt, und weil man schon auch etwas auf die Klischee-Schubladen zurückgreift.
Super 8
Zweiter Kino-Film war die Spielberg/JJ Abrams-Co-Produktion Super 8. Die Trailer bewerben den Film etwas als klassische 80er-Jahre Mixtur aus E.T. und The Goonies. Kurzgefasst trifft es das absolut. Super8 ist ein (ohne Starschauspieler) toll emotionalisierender und ruhiger, charaktergetragener Film über eine Gruppe Jugendlicher, die bei einer riesigen Militärverschwörung ihren Mann stehen müssen.
Das ganze beginnt mit einem Schüler-Projekt, in dem die Gruppe einen eigenen Film (mit Zombies!) drehen will und dabei eines Abends mitten in ein gigantisches Zugunglück gerät, dass die ein oder andere spektakuläre Auswirkung auf die idyllische Kleinstadt und die Kinder hat.
Die im Film aufgebaute Atmosphäre ist etwas, dass mich absolut zurück in die Filme der 80er versetzt. Kleinste Details sind stimmig, Kleidung und Einrichtung fühlen sich so wohlig heimisch an, das man sich bei dem Film wie in ein kleines Nest einkuscheln möchte. Man spürt die Begeisterung der Kinder für ihr Filmprojekt, erlebt die Verschwörung durch ihre Augen.
Und selbst wenn der Film mit Effekten aufwartet, die einem Bruckheimer-Blockbuster in nichts nachstehen, tut er das auf eine derart faszinierende Art und Weise, dass man wie beim Zugcrash Minutenlang mit offenem Mund auf den Schirm glotzt und nur noch ein "Wow" hinauskeucht. Genauso begeistert bin ich von dem tollen Casting der kleinen Schauspielern - jeder trägt seinen Teil bei: Ob die aufrichtige und leidende Motivation Joe, das begeisterte Bossing von Fattie-Charles oder das einfach tiefgründige und fesselnde Acting von Alice (Elle Fanning, für mich der Star des Films).
Abzug in der B-Note gibt's in dem Film natürlich für die nervig überfrachteten JJ-Lens-Flares und hauptsächlich für das letzte Drittel des Films, wo man doch wieder den stumpfsinnigen Kriegsactionanteil in die Höhe treibt und auch etwas unglaubwürdig wirkt. Da hat Spielberg damals mit ET doch irgendwie das bessere Konzept gehabt. Wie der Name schon suggeriert kriegt Super 8 von mir 8 IMDB-Punkte.
The Mechanic
Nachdem ich jetzt mit Punkten um mich geworfen habe, muss man das ganze auch wieder etwas aufwiegen. An einem öden Sonntagnachmittagabend haben wir uns zwar in bester Gesellschaft, aber mit miesester Filmauswahl beschäftigt: The Mechanic. Normalerweise ist Jason Statham für mich ein Garant für actionlastiges Popcorn-Kino, aber was der Mechanic hier storymäßig aus dem Hut zaubert, zaubert mir den Hut ins Gesicht, unter die Augen und bis über die Kinnlade. Herr, wirf Sinn vom Himmel - was hier präsentiert wird hat weder Hand, Halt noch Fuß. Die Aneinanderreihung von unmotivierten Handlungssträngen ohne Moral und Ambition lässt einem Haare wie Schuppen vor den Augen herunterfallen. Und wenn Herr Statham dann wenigstens mal ein paar seiner Signature-Kampfmoves ausführen darf, dann nur in Minimalstdauer - der Rest ist hirnlose Ballerei.
Falls mein Fazit bis hierhin noch nicht so durchschien: Bitte nicht angucken. 2/10 IMDB-Punkten.
...and one more thing (in memoriam)
Auch vor kurzem gesehen, aber nicht mehr präsent genug um dafür gut reviewen zu können:
Hall Pass, total tolle Komödie über Seitensprünge mit etwas Slapstick und viel Sub-Gürtellinie-Scherzen á la Forgetting Sarah Marshall (8 IMDB-Punkte).
The Fighter, Charakterfilm über die schlängelhaft verlaufende Sportkarriere eines Boxers . Meisterhafter Co-Star in Gestalt von Christian Bale, der dafür mehr als einen Oscar verdient hätte. Sehr toller Film mit viel spürbarem Herzblut, aber von Wahlberg nicht so ganz perfekt ausgefüllt (8 IMDB-Punkte).
Mittwoch, 29. Juni 2011
The Hitchhiker's Guide to Galaxy: And Another Thing...
Urlaubszeit war für mich dieses Jahr nicht nur ein Trip ins schöne Portugal (Algarve) sondern auch mal die Möglichkeit mich eine ganze Woche digital abzunabeln und mal das analoge Leben auszukosten. Dafür habe ich einiges an Urlaubsmaterial mitgenommen: Hitchhiker's Guide to Galaxy: And Another Thing (Eoin Colfer), Night Watch: A Discworld Novel und World War: Z.
Schon nach kurzem Vorablesen vor dem Urlaub flog The Curious Incident of the Dog in the Night-time aus der Lese-Queue. Das Buch handelt von einem autistischen Jungen der den Mordfall des Nachbarshunds aufklären will, und den Leser dabei in die strikte und schlichte Lebens-Struktur eines Autisten entführt. Im Grunde genommen total spannend, leider konnte ich mit dem darauf abgestimmten Schreibstil garnicht klarkommen. Abgehakte, kurze Sätze mit sehr faktischem Bericht und vom Autoren etwas gekünstelt eingestreutem, unsubtilem Autisten-Humor haben mir nach zwei dutzend Seiten schon die Kante gegeben.
Ähnlich erging es mir, als ich nach einigen Fehlanläufen Pratchetts Night Watch anfing. Mir wurde das Buch als Zeitreise-Krimi angepriesen, was es auch inhaltlich sicher erfüllt - leider kam ich aber zum erneuten Male mit Pratchetts Stil überhaupt nicht zurecht. Seine Mischung der direkten Rede unterschiedlicher Charaktere, deren jeweiliger Denk- und Handlungsweise und die zahlreichen Referenzen sind mir einfach zu konfus, der Stream of consciousness zu unstrukturiert und zu verschachtelt. Ein Gedanke und Bild hüpft zum nächsten und lässt in mir nur aggressive Verwirrung entstehen.
Also habe ich mich hauptsächlich im Urlaub dem safe bet gewidmet: Dem sechsten Teil der Trilogie des Hitchhiker's Guide to Galaxy. Da Ursprungsautor Douglas Adams ja leider verstarb, bevor er die Buchserie zu kreativer Höhe fortführen konnte, wurde es nun mit Unterstützung von Adams' Witwe an den bekannteren Kinder-Autoren Eoin Colfer (Artemis Fowl) durchgereicht. Dieser hat sich der Serie angenommen und versucht ein paar lose Enden irgendwie miteinander zu verknüpfen.
» Vollständiger ArtikelSchon nach kurzem Vorablesen vor dem Urlaub flog The Curious Incident of the Dog in the Night-time aus der Lese-Queue. Das Buch handelt von einem autistischen Jungen der den Mordfall des Nachbarshunds aufklären will, und den Leser dabei in die strikte und schlichte Lebens-Struktur eines Autisten entführt. Im Grunde genommen total spannend, leider konnte ich mit dem darauf abgestimmten Schreibstil garnicht klarkommen. Abgehakte, kurze Sätze mit sehr faktischem Bericht und vom Autoren etwas gekünstelt eingestreutem, unsubtilem Autisten-Humor haben mir nach zwei dutzend Seiten schon die Kante gegeben.
Ähnlich erging es mir, als ich nach einigen Fehlanläufen Pratchetts Night Watch anfing. Mir wurde das Buch als Zeitreise-Krimi angepriesen, was es auch inhaltlich sicher erfüllt - leider kam ich aber zum erneuten Male mit Pratchetts Stil überhaupt nicht zurecht. Seine Mischung der direkten Rede unterschiedlicher Charaktere, deren jeweiliger Denk- und Handlungsweise und die zahlreichen Referenzen sind mir einfach zu konfus, der Stream of consciousness zu unstrukturiert und zu verschachtelt. Ein Gedanke und Bild hüpft zum nächsten und lässt in mir nur aggressive Verwirrung entstehen.
Also habe ich mich hauptsächlich im Urlaub dem safe bet gewidmet: Dem sechsten Teil der Trilogie des Hitchhiker's Guide to Galaxy. Da Ursprungsautor Douglas Adams ja leider verstarb, bevor er die Buchserie zu kreativer Höhe fortführen konnte, wurde es nun mit Unterstützung von Adams' Witwe an den bekannteren Kinder-Autoren Eoin Colfer (Artemis Fowl) durchgereicht. Dieser hat sich der Serie angenommen und versucht ein paar lose Enden irgendwie miteinander zu verknüpfen.
Dienstag, 31. Mai 2011
Gutscheine und Aktionen: MyDealz, Groupon, Meingutscheincode
Bislang fand ich Gutschein- und Couponseiten immer sehr müßig zu verfolgen. Irgendwann im Laufe des letzten Jahres fing ich an und habe recht häufig bei MyDealz dank RSS-Feed und Tweets das ein oder andere Schnäppchen geschlagen. MyDealz beschäftigt sich eher mit Technik- und Gadgetkram, filtert also ganz gut bereits auf das, was mich beim Onlineshoppen interessiert.
In eine andere Kerbe schlägt Groupon, einer international sehr schnell wachsenden Gutschein-Seite. Hier wird nicht nur über Schnäppchen berichtet, sondern diese werden gezielt von den Partnern bei Groupon in Gutscheinform platziert. Jeden Tag gibt es eine kleine handvoll Angebote, an denen man sich beteiligen kann - und kommt so oft in den Genuss von starken Rabatten (50% sind üblich). Im Gegensatz zum techniklastigen MyDealz zielt GroupOn eher auf den gewöhnlichen Internetnutzer. Die Angebote gehen daher von Restaurantgutscheinen, Reisen, Übernachtungen hin zu Events und Haarentfernung.
Der tägliche Filteraufwand bei Groupon ist daher für mich um einiges größer, zumal sich die Angebote auch häufiger wiederholen. Großer Vorteil ist die lokale Komponente, so dass ich nur gezielte Angebote im Raum Köln/Bonn finden kann.
Zu Groupon gibt es diverses an Kritik zu lesen, allen voran dass der Dienst für Anbieter häufig den finanziellen Ruin bedeuten kann, wenn man seinen Gutschein nicht ordentlich kalkuliert. Ich habe bei Groupon nun mittlerweile häufiger Gutscheine erstanden: Schoko-Büffets, Restaurantgutscheine, eine Schloss-Hotelübernachtung und einen Tag in der Ski-Halle. Bei allen diesen Angeboten gab es nie Probleme in der Einlösung, und alles hat immer reibungslos funktioniert. Auch beim Anbieter schien man Interesse an den Gutscheineinlösern zu zeigen, immerhin ist es ja auch ein tolles Marketing-Instrument.
Das Trio der Seiten komplettiert meingutscheincode.de. Im Gegensatz zum Aktionscharakter der anderen beiden Seiten ist dieser Auftritt eher ein gut sortiertes und durchstöberbares Archiv an länger laufenden Gutscheinaktionen. Besonders die Übersicht nach beliebten und aktuellen Gutscheinen (z.b. Kleidung beim Herrenausstatter) ist ein guter Startpunkt, um die Seite jeden Tag einmal anzusurfen. Das blog-ähnliche und Web2.0-typische Portal ist dabei angenehm übersichtlich gehalten, so dass man hier schnell zum Ziel findet.
In eine andere Kerbe schlägt Groupon, einer international sehr schnell wachsenden Gutschein-Seite. Hier wird nicht nur über Schnäppchen berichtet, sondern diese werden gezielt von den Partnern bei Groupon in Gutscheinform platziert. Jeden Tag gibt es eine kleine handvoll Angebote, an denen man sich beteiligen kann - und kommt so oft in den Genuss von starken Rabatten (50% sind üblich). Im Gegensatz zum techniklastigen MyDealz zielt GroupOn eher auf den gewöhnlichen Internetnutzer. Die Angebote gehen daher von Restaurantgutscheinen, Reisen, Übernachtungen hin zu Events und Haarentfernung.
Der tägliche Filteraufwand bei Groupon ist daher für mich um einiges größer, zumal sich die Angebote auch häufiger wiederholen. Großer Vorteil ist die lokale Komponente, so dass ich nur gezielte Angebote im Raum Köln/Bonn finden kann.
Zu Groupon gibt es diverses an Kritik zu lesen, allen voran dass der Dienst für Anbieter häufig den finanziellen Ruin bedeuten kann, wenn man seinen Gutschein nicht ordentlich kalkuliert. Ich habe bei Groupon nun mittlerweile häufiger Gutscheine erstanden: Schoko-Büffets, Restaurantgutscheine, eine Schloss-Hotelübernachtung und einen Tag in der Ski-Halle. Bei allen diesen Angeboten gab es nie Probleme in der Einlösung, und alles hat immer reibungslos funktioniert. Auch beim Anbieter schien man Interesse an den Gutscheineinlösern zu zeigen, immerhin ist es ja auch ein tolles Marketing-Instrument.
Das Trio der Seiten komplettiert meingutscheincode.de. Im Gegensatz zum Aktionscharakter der anderen beiden Seiten ist dieser Auftritt eher ein gut sortiertes und durchstöberbares Archiv an länger laufenden Gutscheinaktionen. Besonders die Übersicht nach beliebten und aktuellen Gutscheinen (z.b. Kleidung beim Herrenausstatter) ist ein guter Startpunkt, um die Seite jeden Tag einmal anzusurfen. Das blog-ähnliche und Web2.0-typische Portal ist dabei angenehm übersichtlich gehalten, so dass man hier schnell zum Ziel findet.
Montag, 18. April 2011
Serienjunkie: Breaking In, Happy Endings, The Killing, Chaos, Borgias, Camelot, Body of Proof, Workaholics
Gestern durfte ich erstmalig einem von Freunden organisiertem Whine-Tasting beiwohnen. Die Agenda: Neustarts der US-Serien begutachten, belästern und/oder bejubeln.
Auf der Speisekarte stand:
Chaos
Am ersten Tag bei CIA muss ein aufstrebender Agent merken, dass seine Stelle gekürzt wurde. Gerade so verschafft er sich durch ein Hintertürchen doch noch einen Job als Doppelagent. Er soll eine Abteilung intern bespitzeln. Die Abteilung kriegt das natürlich sofort mit, und setzt den Doppelagenten nun für eigene Zwecke ein.
Chaos wirkte auf mich tatsächlich etwas chaotisch. Vor lauter Spionverwirrungen und einem lauen Expositions-Lüftchen kam bei mir wenig Spaß an. Die Charaktere wirkten alle sehr 08/15, und vor allem der komische Brite/Schotte/Ire hat trotz originaler Herkunft einen derart aufgesetzten Akzent, dass das für mich sämtliche Fourth Walls einreißt. Bewundernswert waren die doch recht hohen Production Values, bei denen ich mich wundern würde wenn es auf diesem Niveau weitergeht.
3,5 Punkte - und für mich wenig Ambition um die Serie weiter zu schauen.
The Borgias
Die Serie erzählt den Aufstieg der Borgia-Familie in das päpstliche Amt zu mittelalterlichen Zeiten Roms, inklusive Skandälchen, Intrigen und vor allem Jeremy Irons. Wer zuletzt Assassins Creed gespielt hat, dürfte die Storyline schon fast zu genau kennen.
Der schauspielerische Anspruch hier ist ambitioniert, es sind einige bekannte Gesichter dabei. Kostüme, Setting und weiteres sind größenteils stimmig, auch wenn man das ein oder andere Mal die bemalten Hintergründe deutlich raussieht.
Ansonsten hat mich die Story insgesamt wenig gepackt, so dass ich das ganze vermutlich eher nicht weiter verfolgen werde. 6 Punkte.
Breaking In
In Breaking In führt Christian Slater eine recht extrovertiere Anti-Diebstahl-Firma, die ihre Kunden damit lockt, dass sie Dinge stehlen bevor es richtige Diebe tun. Das Setup klingt etwas mau, aber von der ersten Minute an hat mich die Serie ziemlich begeistert.
Die Sprüche und Charaktere sind ziemlich spot-on, Actioneinlagen sitzen, weibliche Schauspielerinnen können mit Megan-Fox-Lookalikeness punkten - und größter Pluspunkt: 22 Minuten pro Folge. Genau die richtige Art von Kurzatmigkeit, und daher habe ich wenig Angst dass die Serie so (für mich) den Bach runtergeht wie Chuck.
9,5 Punkte.
Body of Proof
Body of Proof ist die x-te Inkarnation eines Medical Crime Dramas. Eine aus den Desperate Housewives bekannte Schauspielerin, deren Namen nachzuschlagen ich zu faul bin, spielt eine eher muffige und kantige Gerichtsmedizinerin, die im vorbeigehen Columbo/House-mäßig ihre Fälle löst.
Für mich ist hier nichts neues dabei, die Rolle kann ich durch meine Housewives-Vorbelastung auch nicht richtig ernst nehmen. Dies war die einzige Serie, die wir nach etwas mehr als der Hälfte abgebrochen haben.
1 Punkt.
Camelot
Der zweite Historienschmöker neben den Borgias ist Camelot. Die Story von Arthur, Merlin und dem Schwert im Stein dürfte bis auf bei Felix hinlänglich bekannt sein.
Die schauspielerische Leistung der Beteiligten ist unterirdisch schlecht, da hilft auch Full Frontal Nudity nicht drüber hinweg. Vor allem Joseph Fiennes führt die Riege der Gesichtsvereisungen an, und kann mit seinem gefroreren Gesichtsausdruck ungefähr ähnlich Gefühl und Gefahr vermitteln wie eine Banane im Obstkorb. Insgesamt zu viel Teenie-Appeal, und die "düstere Variante" mit "weniger Fantasy" kommt dank Pappmachee-Hintergründen auch nicht wirklich gut zum Zug.
3 Punkte.
Happy Endings
Die zweite Comedy-Serie dreht sich um ein Pärchen (mit Elisha Cuthbert!), die sich vor dem Altar eher ungünstig trennen, und danach aber im gewohnten Freundeskreis getrennt gemeinsame Wege gehen.
Ein ähnliches Setup hat im Film Forgetting Sarah Marshall schon prächtig funktioniert - dennoch ist meine Skepsis hoch, wie das in einer längeren Serie laufen soll. Aber ich gebe dem ganzen gerne den Benefit of the Doubt (I'll allow it!), denn auch die später eingeworfene zweite Folge war sehr solide.
Die üblichen Beziehungsscherze klappen gut, der Cast ist abwechslungsreich und jeder bringt durchaus witzige Charakterzüge mit ein. Da ist die kontrollsüchtige Extravagante, der schwule Fatty-Cowboy, ein quotenschwarzer, unterdrückter Ehemann und die frustrierte Jungfer. Da bleib ich gerne am Ball.
8,1 Punkte
The Killing
Als AMC-Drama kriegt diese Serie schonmal einen Vorschuss an Ernsthaftigkeit. Die Serie ist ein US-Remake einer Dänischen Miniserie, bei der es um die Aufklärung eines Mordfalls geht. Kurz: Twin Peaks. Aber bislang ohne den ganzen verwirrenden Kram.
Die bis auf Einzelfälle eher unbekannten Schauspieler sind gut gecastet, bringen ihre Rolle sehr ernsthaft rüber. Ein gewisser Akte-X-Flair lässt sich genauso feststellen, wie szenische Analogien zu Heavy Rain.
Hier darf man gerne dabei bleiben, aber ob die doch recht langsam laufende Serie auch über 13 Folgen spannend bleibt, muss sich zeigen.
7,5 Punkte
Workaholics
Nach zwei witzigen Comedies muss wohl auch etwas schlechtes dabei sein, beweißt Workaholics als neue ComedyCentral-Serie. Schwachhirnige Comedy mit keinerlei Biss, Wortwitz und guten Catchlines. Einfach furchtbar anzugucken und zum fremdschämen.
0,2 Punkte
Auf der Speisekarte stand:
Chaos
Am ersten Tag bei CIA muss ein aufstrebender Agent merken, dass seine Stelle gekürzt wurde. Gerade so verschafft er sich durch ein Hintertürchen doch noch einen Job als Doppelagent. Er soll eine Abteilung intern bespitzeln. Die Abteilung kriegt das natürlich sofort mit, und setzt den Doppelagenten nun für eigene Zwecke ein.
Chaos wirkte auf mich tatsächlich etwas chaotisch. Vor lauter Spionverwirrungen und einem lauen Expositions-Lüftchen kam bei mir wenig Spaß an. Die Charaktere wirkten alle sehr 08/15, und vor allem der komische Brite/Schotte/Ire hat trotz originaler Herkunft einen derart aufgesetzten Akzent, dass das für mich sämtliche Fourth Walls einreißt. Bewundernswert waren die doch recht hohen Production Values, bei denen ich mich wundern würde wenn es auf diesem Niveau weitergeht.
3,5 Punkte - und für mich wenig Ambition um die Serie weiter zu schauen.
The Borgias
Die Serie erzählt den Aufstieg der Borgia-Familie in das päpstliche Amt zu mittelalterlichen Zeiten Roms, inklusive Skandälchen, Intrigen und vor allem Jeremy Irons. Wer zuletzt Assassins Creed gespielt hat, dürfte die Storyline schon fast zu genau kennen.
Der schauspielerische Anspruch hier ist ambitioniert, es sind einige bekannte Gesichter dabei. Kostüme, Setting und weiteres sind größenteils stimmig, auch wenn man das ein oder andere Mal die bemalten Hintergründe deutlich raussieht.
Ansonsten hat mich die Story insgesamt wenig gepackt, so dass ich das ganze vermutlich eher nicht weiter verfolgen werde. 6 Punkte.
Breaking In
In Breaking In führt Christian Slater eine recht extrovertiere Anti-Diebstahl-Firma, die ihre Kunden damit lockt, dass sie Dinge stehlen bevor es richtige Diebe tun. Das Setup klingt etwas mau, aber von der ersten Minute an hat mich die Serie ziemlich begeistert.
Die Sprüche und Charaktere sind ziemlich spot-on, Actioneinlagen sitzen, weibliche Schauspielerinnen können mit Megan-Fox-Lookalikeness punkten - und größter Pluspunkt: 22 Minuten pro Folge. Genau die richtige Art von Kurzatmigkeit, und daher habe ich wenig Angst dass die Serie so (für mich) den Bach runtergeht wie Chuck.
9,5 Punkte.
Body of Proof
Body of Proof ist die x-te Inkarnation eines Medical Crime Dramas. Eine aus den Desperate Housewives bekannte Schauspielerin, deren Namen nachzuschlagen ich zu faul bin, spielt eine eher muffige und kantige Gerichtsmedizinerin, die im vorbeigehen Columbo/House-mäßig ihre Fälle löst.
Für mich ist hier nichts neues dabei, die Rolle kann ich durch meine Housewives-Vorbelastung auch nicht richtig ernst nehmen. Dies war die einzige Serie, die wir nach etwas mehr als der Hälfte abgebrochen haben.
1 Punkt.
Camelot
Der zweite Historienschmöker neben den Borgias ist Camelot. Die Story von Arthur, Merlin und dem Schwert im Stein dürfte bis auf bei Felix hinlänglich bekannt sein.
Die schauspielerische Leistung der Beteiligten ist unterirdisch schlecht, da hilft auch Full Frontal Nudity nicht drüber hinweg. Vor allem Joseph Fiennes führt die Riege der Gesichtsvereisungen an, und kann mit seinem gefroreren Gesichtsausdruck ungefähr ähnlich Gefühl und Gefahr vermitteln wie eine Banane im Obstkorb. Insgesamt zu viel Teenie-Appeal, und die "düstere Variante" mit "weniger Fantasy" kommt dank Pappmachee-Hintergründen auch nicht wirklich gut zum Zug.
3 Punkte.
Happy Endings
Die zweite Comedy-Serie dreht sich um ein Pärchen (mit Elisha Cuthbert!), die sich vor dem Altar eher ungünstig trennen, und danach aber im gewohnten Freundeskreis getrennt gemeinsame Wege gehen.
Ein ähnliches Setup hat im Film Forgetting Sarah Marshall schon prächtig funktioniert - dennoch ist meine Skepsis hoch, wie das in einer längeren Serie laufen soll. Aber ich gebe dem ganzen gerne den Benefit of the Doubt (I'll allow it!), denn auch die später eingeworfene zweite Folge war sehr solide.
Die üblichen Beziehungsscherze klappen gut, der Cast ist abwechslungsreich und jeder bringt durchaus witzige Charakterzüge mit ein. Da ist die kontrollsüchtige Extravagante, der schwule Fatty-Cowboy, ein quotenschwarzer, unterdrückter Ehemann und die frustrierte Jungfer. Da bleib ich gerne am Ball.
8,1 Punkte
The Killing
Als AMC-Drama kriegt diese Serie schonmal einen Vorschuss an Ernsthaftigkeit. Die Serie ist ein US-Remake einer Dänischen Miniserie, bei der es um die Aufklärung eines Mordfalls geht. Kurz: Twin Peaks. Aber bislang ohne den ganzen verwirrenden Kram.

Die bis auf Einzelfälle eher unbekannten Schauspieler sind gut gecastet, bringen ihre Rolle sehr ernsthaft rüber. Ein gewisser Akte-X-Flair lässt sich genauso feststellen, wie szenische Analogien zu Heavy Rain.
Hier darf man gerne dabei bleiben, aber ob die doch recht langsam laufende Serie auch über 13 Folgen spannend bleibt, muss sich zeigen.
7,5 Punkte
Workaholics
Nach zwei witzigen Comedies muss wohl auch etwas schlechtes dabei sein, beweißt Workaholics als neue ComedyCentral-Serie. Schwachhirnige Comedy mit keinerlei Biss, Wortwitz und guten Catchlines. Einfach furchtbar anzugucken und zum fremdschämen.
0,2 Punkte
Dienstag, 5. April 2011
Sucker Punch
Ein Kind20-jähriges Mädchen wird durch ihren fiesen Vatermöpp etwas unsanft von Mutter und Schwester getrennt. Die familiäre Reduktion wird ihr angehaftet, also landet sie in einem therapeuthischem Zentrum für aggressive weibliche Jugendliche. Da das ganze in einer Phantasiewelt der 50/60er Jahre spielt, ist auch der Lobotomist nicht weit entfernt, also gilt für Baby Doll nur eins: Der ganzen Prozedur schnell entkommen. Praktischerweise entfleucht sie der Realität dank mehrschichtiger Wunschwelten, und organisiert so die Flucht aus dem Psycho-Gefängnis.
Klingt nach dem nächsten Oscar-verdächtigen Film? Nicht ganz, denn es ist der neueste Film von (u.a.) 300-Macher Zack Snyder. Durch seinen visuellen Style in 300 war er zügig en vogue: Lange Single-Shot-Action-Sequenzen, teils mit extremer Slow-Motion, überdefiniertem Körperkult und einem Fantasy-Flair.
Kurzum, 300 hat mir damals super gefallen, und auch in der von Snyder regierten Watchmen-Comicverfilmung wurde sein Stil erkennbar eingesetzt.
Was kann da an seinem eingangs beschriebenen Werk namens Sucker Punch schief gehen, zumal auch die Story von ihm stammt? Fast alles.
» Vollständiger ArtikelKlingt nach dem nächsten Oscar-verdächtigen Film? Nicht ganz, denn es ist der neueste Film von (u.a.) 300-Macher Zack Snyder. Durch seinen visuellen Style in 300 war er zügig en vogue: Lange Single-Shot-Action-Sequenzen, teils mit extremer Slow-Motion, überdefiniertem Körperkult und einem Fantasy-Flair.
Kurzum, 300 hat mir damals super gefallen, und auch in der von Snyder regierten Watchmen-Comicverfilmung wurde sein Stil erkennbar eingesetzt.
Was kann da an seinem eingangs beschriebenen Werk namens Sucker Punch schief gehen, zumal auch die Story von ihm stammt? Fast alles.
Samstag, 26. März 2011
Exit Through The Gift Shop
Eigentlich wollte ich Exit Through The Gift Shop schon vor den diesjährigen Oscars gesehen haben, bei denen er als bester Dokumentarfilm nominiert war. Da der Film damals nicht verfügbar war, hatte ich ihn schon fast vergessen - bis ich diese Woche in der Videothek darauf stieß.
Nachdem ich frustriert festgestellt habe, dass der Film nur deutsch untertitelt ist, hat sich das zum Glück relativiert weil die Voice-Overs doch ziemlich verständlich sind (wenn auch mit italienischem oder weiteren Akzenten).
Aber zurück zum Anfang: Die Doku vom bekannten, britischen, anonymen Banks erklärt dokumentarisch die Subkultur der Street-Artisten. Sie fängt mit den bekannteren Werken vom Invader an, der seine Space-Invader-Mosaike kreuz und quer anbrachte, und überall in der Welt Mitmacher fand.
Während sich dieser erste Teil sehr authentisch anfühlt, nimmt der Film einen gewissen Turn ab dem Zeitpunkt wo der große Künstler Banksy himself dazustößt. Sein Auftreten wird schon arg glorifiziert, zugleich sind seine Werke aber natürlich auch sehr sophisticated und spannend. Dass seine Identität trotz der ganzen Publicity unbekannt ist, mag ich da fast nicht mehr glauben.
Dass der Film sich gen Ende mit seiner Kritik an der Produktion von Thierry, dem ursprünglichen Dokumentarfilmer, hin zum Imitationskünstler Mr. Brainwash auch etwas augenzwinkernd selbst dekonstruiert, trägt sogar etwas zu einem Spannungsbogen bei.
Spannend finde ich an dem Thema die große Spreizung zwischen "Kunst" und "Schmähung". Während ich das normale Tagging und ideenlose Verschmutzung von Gebäuden und öffentlichen Wegen einfach fürchterlich und destruktiv finde, sind schön ausgestaltete Kunstwerke oder nur auf den zweiten Blick merkbare Ding (z.b. durch Perspektivenspielerei) für mich jedesmal eine Augenweide. Kunst und Belästigung liegen hier für mich so nah beieinander wie in keinem anderen Medium.
Während man ungewollter, ausgestellter Kunst in Museen und in den Medien sehr leicht aus dem Weg gehen kann, belästigt einen eine Schmierereri auf dem Nachbarhaus doch jeden Tag. Da lobe ich mir einfallsreiche Malereien, die es auch in Köln immer wieder gibt. Kritik kann man auch mit seinem Bildinhalt (...Obey!) oder der Platzierung wählen, aber aussagelose Strichschmierereien und dutzendfach wiederholte Signaturen müssen doch echt nicht sein.
Diesen Konflikt bringt der Film auch halbwegs zur Geltung. Jeder, der auch schonmal mit strahlendem Herzen so kunstvolle Kleinode in einer Betonwüste entdeckt hat, für den dürfte auch diese Doku ein warmes Herz auffüllen. Natürlich wird die eigene Kunstform überdramatisiert, aber zieht einen auch mitten hinein in eine Subkultur, für die man danach auch durchaus Sympathie empfinden kann.
Störend war für mich hauptsächlich das Bildformat der vielen Amateuraufnahmen, die im Film eingebunden sind. Da werden grausam 4:3 Aufnahmen auf 16:9 verstreckt und verzerrt. Von ordentlich gemachten Filmen und auch Dokus erwarte ich hier mehr Gespür, denn auch korrekte Aspect-Ratios sind ein Zeichen von Respekt für die Filmkunst.
8 von 10 IMDB Punkten.
Nachdem ich frustriert festgestellt habe, dass der Film nur deutsch untertitelt ist, hat sich das zum Glück relativiert weil die Voice-Overs doch ziemlich verständlich sind (wenn auch mit italienischem oder weiteren Akzenten).
Aber zurück zum Anfang: Die Doku vom bekannten, britischen, anonymen Banks erklärt dokumentarisch die Subkultur der Street-Artisten. Sie fängt mit den bekannteren Werken vom Invader an, der seine Space-Invader-Mosaike kreuz und quer anbrachte, und überall in der Welt Mitmacher fand. Während sich dieser erste Teil sehr authentisch anfühlt, nimmt der Film einen gewissen Turn ab dem Zeitpunkt wo der große Künstler Banksy himself dazustößt. Sein Auftreten wird schon arg glorifiziert, zugleich sind seine Werke aber natürlich auch sehr sophisticated und spannend. Dass seine Identität trotz der ganzen Publicity unbekannt ist, mag ich da fast nicht mehr glauben.
Dass der Film sich gen Ende mit seiner Kritik an der Produktion von Thierry, dem ursprünglichen Dokumentarfilmer, hin zum Imitationskünstler Mr. Brainwash auch etwas augenzwinkernd selbst dekonstruiert, trägt sogar etwas zu einem Spannungsbogen bei.
Spannend finde ich an dem Thema die große Spreizung zwischen "Kunst" und "Schmähung". Während ich das normale Tagging und ideenlose Verschmutzung von Gebäuden und öffentlichen Wegen einfach fürchterlich und destruktiv finde, sind schön ausgestaltete Kunstwerke oder nur auf den zweiten Blick merkbare Ding (z.b. durch Perspektivenspielerei) für mich jedesmal eine Augenweide. Kunst und Belästigung liegen hier für mich so nah beieinander wie in keinem anderen Medium.
Während man ungewollter, ausgestellter Kunst in Museen und in den Medien sehr leicht aus dem Weg gehen kann, belästigt einen eine Schmierereri auf dem Nachbarhaus doch jeden Tag. Da lobe ich mir einfallsreiche Malereien, die es auch in Köln immer wieder gibt. Kritik kann man auch mit seinem Bildinhalt (...Obey!) oder der Platzierung wählen, aber aussagelose Strichschmierereien und dutzendfach wiederholte Signaturen müssen doch echt nicht sein.
Diesen Konflikt bringt der Film auch halbwegs zur Geltung. Jeder, der auch schonmal mit strahlendem Herzen so kunstvolle Kleinode in einer Betonwüste entdeckt hat, für den dürfte auch diese Doku ein warmes Herz auffüllen. Natürlich wird die eigene Kunstform überdramatisiert, aber zieht einen auch mitten hinein in eine Subkultur, für die man danach auch durchaus Sympathie empfinden kann.
Störend war für mich hauptsächlich das Bildformat der vielen Amateuraufnahmen, die im Film eingebunden sind. Da werden grausam 4:3 Aufnahmen auf 16:9 verstreckt und verzerrt. Von ordentlich gemachten Filmen und auch Dokus erwarte ich hier mehr Gespür, denn auch korrekte Aspect-Ratios sind ein Zeichen von Respekt für die Filmkunst.
8 von 10 IMDB Punkten.
Montag, 28. Februar 2011
Enter The Void
Unterbewusste Werbung muss wohl doch klappen. Denn irgendwie wurde ich bei meiner Videotheken-Streife von Enter The Void aufgehalten.
Das Cover ist schön bunt, und der Klappentext verspricht ein trippiges Filmvergnügen. Irgendwoher kenne ich den Film, per iPhone sagt mir die IMDB-App schnell, dass der Film wohl kein völliger Fehlgriff sein kann (7.3). Erst nach dem Film finde ich raus, dass ich den Titel wohl aufgrund eines /Film-Podcasts aufgeschnappt haben muss.
Die erste Ernüchterung setzt kurz ein, als ich sehe dass der Film eine Laufzeit von 2:40 hat. Mist, also wird die Rückgabe des Films am selben Abend wohl doch nicht klappen. Aber los, worum geht's: Ein kleiner Drogendealer namens Oscar wohnt mit seiner Schwester Linda in Japan, und wird durch einen etwas ungeschickten Umgang mit der Polizei auf einer Toilette erschossen.
Zum Glück hat er sich vorher neben der täglichen Drogenration etwas tibetanische Reinkarnationsliteratur reingezogen, und so hat Oscar eine außerkörperliche Erfahrung und schwebt fortan im Film schwebelos in und über den Dingen, die passieren, passierten und passieren werden hinweg.
Enter the Void.
» Vollständiger ArtikelDas Cover ist schön bunt, und der Klappentext verspricht ein trippiges Filmvergnügen. Irgendwoher kenne ich den Film, per iPhone sagt mir die IMDB-App schnell, dass der Film wohl kein völliger Fehlgriff sein kann (7.3). Erst nach dem Film finde ich raus, dass ich den Titel wohl aufgrund eines /Film-Podcasts aufgeschnappt haben muss.
Die erste Ernüchterung setzt kurz ein, als ich sehe dass der Film eine Laufzeit von 2:40 hat. Mist, also wird die Rückgabe des Films am selben Abend wohl doch nicht klappen. Aber los, worum geht's: Ein kleiner Drogendealer namens Oscar wohnt mit seiner Schwester Linda in Japan, und wird durch einen etwas ungeschickten Umgang mit der Polizei auf einer Toilette erschossen.
Zum Glück hat er sich vorher neben der täglichen Drogenration etwas tibetanische Reinkarnationsliteratur reingezogen, und so hat Oscar eine außerkörperliche Erfahrung und schwebt fortan im Film schwebelos in und über den Dingen, die passieren, passierten und passieren werden hinweg.
Enter the Void.
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