Mittwoch, 2. August 2006
Kleiner Terroristen-Leitfaden
Gestern fuhr ich genüßlich im ICE von Karlsruhe zurück nach Köln. 2 Stunden Fahrt, keine Vorkommnisse, und Genuss der Stromversorgung an Bord.
Abends fragte mich Martin dann dezent, ob meine Bahnfahrt problemlos verlief. Wäre ich nämlich stattdessen mit dem IC über die andere Rheinseite zurückgefahren, wäre ich vermutlich am Koblenzer Bahnhof aufgehalten worden. Dort fand man nämlich wie am Tag zuvor in Dortmund einen kleinen Koffersprengsatz, der zur Sperrung des Bahnhofs führte.
Das an sich ist ja schonmal eine Sache bei der man denkt "Glück gehabt". Prinzipiell kann man sich vor solcher Art Terrorismus ja schwer genug schützen: Wenn jemand da was sprengen wollen würde, würde man das schon hinbekommen.
Etwas verwunderlich finde ich den offenen Umgang mit dem Tathergang: So erfährt man in allen Medien herzerweichende offene Auskünfte wie: Die Bombe bestand aus Botangas und einen Benzingemisch, mit einem Wecker verdrahtet hätte es so und so viel anrichten können.
Praktisch. Wie wäre es, wenn man Möchtegern-Terroristen und Nachahmern nicht noch etwas mehr an Infos rausrückt?
"Zum Glück konnte die Bombe nicht gezündet werden. Hätte der Täter jedoch noch 2 Liter Essig eingefüllt und eine Blaupausenpapier vor den Zünder gehängt, wäre die Bombe verlässlich zur Explosion gebracht worden"
Auch den Mördern könnte man in den Medien doch sicher etwas aushelfen:
"Leider konnte das Dezernat 11 für schwere Verbrechen den mehrfachen Mörder nicht überführen. Er trug bei der Erschießung Handschuhe, die er in Blausäure auflöste. Seine Hände konnte er mittels Desinfektionsmittel von Schmauchspuren reinigen, und sein Alibi konnte nicht hinterfragt werden. So war es uns unmöglich, den Täter zu überführen. Wäre er nach der Tat einfach nach Holland ausgereist, hätten wir ihn vermutlich sogar garnicht einmal verdächtigt!"
Sensationsgieriger Journalismus zur Massenpanikmache ist schon was feines.
Abends fragte mich Martin dann dezent, ob meine Bahnfahrt problemlos verlief. Wäre ich nämlich stattdessen mit dem IC über die andere Rheinseite zurückgefahren, wäre ich vermutlich am Koblenzer Bahnhof aufgehalten worden. Dort fand man nämlich wie am Tag zuvor in Dortmund einen kleinen Koffersprengsatz, der zur Sperrung des Bahnhofs führte.
Das an sich ist ja schonmal eine Sache bei der man denkt "Glück gehabt". Prinzipiell kann man sich vor solcher Art Terrorismus ja schwer genug schützen: Wenn jemand da was sprengen wollen würde, würde man das schon hinbekommen.
Etwas verwunderlich finde ich den offenen Umgang mit dem Tathergang: So erfährt man in allen Medien herzerweichende offene Auskünfte wie: Die Bombe bestand aus Botangas und einen Benzingemisch, mit einem Wecker verdrahtet hätte es so und so viel anrichten können.
Praktisch. Wie wäre es, wenn man Möchtegern-Terroristen und Nachahmern nicht noch etwas mehr an Infos rausrückt?
"Zum Glück konnte die Bombe nicht gezündet werden. Hätte der Täter jedoch noch 2 Liter Essig eingefüllt und eine Blaupausenpapier vor den Zünder gehängt, wäre die Bombe verlässlich zur Explosion gebracht worden"
Auch den Mördern könnte man in den Medien doch sicher etwas aushelfen:
"Leider konnte das Dezernat 11 für schwere Verbrechen den mehrfachen Mörder nicht überführen. Er trug bei der Erschießung Handschuhe, die er in Blausäure auflöste. Seine Hände konnte er mittels Desinfektionsmittel von Schmauchspuren reinigen, und sein Alibi konnte nicht hinterfragt werden. So war es uns unmöglich, den Täter zu überführen. Wäre er nach der Tat einfach nach Holland ausgereist, hätten wir ihn vermutlich sogar garnicht einmal verdächtigt!"
Sensationsgieriger Journalismus zur Massenpanikmache ist schon was feines.
Kommentare
Ansicht der Kommentare:
(Linear | Verschachtelt)
Darüberhinaus - willst Du dann auch (Spiel-)Filme 'verbieten', die vllt. auch noch den Zusammenbau der Einzelteile zeigen? Oder gleich auch noch google.maps kappen, weil die die Koordinaten von möglichen 'Zielen' ausweisen?
Mir geht es um die Massenwirkung der Medien. Mit so einem Feedback werden auch Deppen mit genügend Infos ausgestattet um sich auf dumme Ideen bringen zu lassen.
Bei Spielfilmen sehe ich da eher einen Rahmen der fiktiv ist, und häufig genug sind die Filmideen so abgedreht, dass das niemand mit der Realität in Einklang bringt. Film oder ARD Nachrichten ist doch noch ein Unterschied für den TV-Bürger.

Google Maps sehe ich theoretisch tatsächlich als ein größeres Problem an. Hier ist allerdings noch problematischer, dass die Maps einen normalen Nutzen haben der nicht zu unterschätzen ist - da muss man Missbrauch vor Gebrauch abwägen.
"Otto Normalbürger" dumm zu halten, weil es ja auch böse Buben hören könnten, ist nicht sehr effektiv. Wer was Böses tun will, wird das auch so tun, und braucht dafür nicht die Tagesschau.
















A [...]

Ähnlich wie Garvin mache auch ich mir als Bahnvielfahrer so meine Gedanken über den Bombenfund von gestern. Ich habe schon einiges wehrend meiner Zugfahrten erlebt, zum Beisiel irgendwelche Leute auf einer Eisenbahnbrücke, die mich eine Stunde lang war
Aufgenommen: Aug 02, 12:37