Dienstag, 19. April 2005
Angels in America
Damals bin ich beim imdb-Stöbern auf den TV-Film Angels in America gestoßen. Da ich ein Freund von Engeln bin
und vor allem ein massiges Schauspieleraufgebot in dem Mehrteiler auftauchen (Al Pacino, Meryl Streep, Emma Thompson) und die Durchschnittsbewertung mit 8.2 ganz gut auffiel, musste der Film natürlich auf meine "In Amiland bestellen weil's das hier noch nicht gibt und dann lange warten bis das endlich mal da ist, danach recoden und auf meinen Archos-Handheld-Player übertragen um es danach auf der alltäglichen Bahnfahrt zu gucken"-Liste aufnehmen.Insgesamt besteht die Serie aus 6 Episoden á einer Stunde. Das Geschehen setzt sich ebenfalls episodisch zusammen aus den Erlebnissen und Schicksalen mehrerer Personen, die dann doch irgendwie alle zueinander finden (ähnlich Magnolia).
Da gibt es den Gerichtsangestellten und Joseph Pitt, Vorzeige-Mormone und Möchtegern-Homosexueller und verheiratet mit der psychisch labilen Harper, die ganz gerne mal Pillentrips zur Antarktis schmeisst.
Oder den zynischen und soziopathischen Staranwalt Roy Cohn, der an AIDS erkrankt ist und es sich nicht eingestehen will.
Oder das homosexuelle Pärchen Louis und Walter: Louis, ein weltverbessernder Jude, der dem ebenfalls AIDS-Kranken Walter die Partnerschaft kündigt wegen der Krankheit. Und eben jener Walter, der dann von Engeln als Prophet auserkoren wird...
Wie man schon leicht erkennt, ist ein sehr großer Teil des Filmes den kaputten Beziehungen dieser Menschen untereinander gewidmet. Das ganze spielt zur Zeit der frühen 90er, in der AIDS zu einem größeren gesellschaftlichen Thema wurde, und setzt sich auch sehr mit dem Leben von Homosexuellen auseinander.
Eingewoben in diese Tragödie sind viele, auch durchaus Augenöffnende Dia- und Monologe, die sich mit dem Sinn des Lebens für alle Beteiligten befassen.
Die Story kann ich hier nicht weiter aufgreifen, da sie einfach zu verstrickt und umfassend ist. Bei einem 6-Stunden Film kann man sich hier schon sehr detailierte Charakterstudien ansehen.
Diese sind von allen Schauspielern wirklich hervorragend verkörpert und mehr als Kinoreif. Fast jeder der Schauspieler übernimmt im Film mehrere Rollen, und man erkennt häufig garnicht, dass es derselbe Schauspieler ist. Wirklich grandios.
Für meinen Geschmack driftet der Film ab der Hälft etwas zu sehr ins Homosexuellen-Milieu und -Studie ab, da hätte ich mir die differenzierten anderen Tragödien lieber ausführlicher angesehen, muss ich zugeben.
Ausserdem bietet der Film wohl eine der besten Engel-Erscheinungszenen, die es jemals gab. Beeindruckend und umwerfend komisch zugleich, so sehr lachen musste ich zuletzt bei der Ankunft von Metatron in Dogma.
Wer also Magnolia gemocht hat, und mit dem "schwulen Content" zurecht kommt, sollte sich den TV-Film wirklich anschauen, gerade aufgrund der schauspielerischen Leistung und der wirklich extrem ausgeprägten, differenzierten Charaktere ist das eine wahre filmische Perle. Al Pacino Fans haben hier sowieso einen Pflicht-Schau-Auftrag!
8 IMDB-Punkte von mir.
Eingewoben in diese Tragödie sind viele, auch durchaus Augenöffnende Dia- und Monologe, die sich mit dem Sinn des Lebens für alle Beteiligten befassen.
Die Story kann ich hier nicht weiter aufgreifen, da sie einfach zu verstrickt und umfassend ist. Bei einem 6-Stunden Film kann man sich hier schon sehr detailierte Charakterstudien ansehen.
Diese sind von allen Schauspielern wirklich hervorragend verkörpert und mehr als Kinoreif. Fast jeder der Schauspieler übernimmt im Film mehrere Rollen, und man erkennt häufig garnicht, dass es derselbe Schauspieler ist. Wirklich grandios.
Für meinen Geschmack driftet der Film ab der Hälft etwas zu sehr ins Homosexuellen-Milieu und -Studie ab, da hätte ich mir die differenzierten anderen Tragödien lieber ausführlicher angesehen, muss ich zugeben.
Ausserdem bietet der Film wohl eine der besten Engel-Erscheinungszenen, die es jemals gab. Beeindruckend und umwerfend komisch zugleich, so sehr lachen musste ich zuletzt bei der Ankunft von Metatron in Dogma.
Wer also Magnolia gemocht hat, und mit dem "schwulen Content" zurecht kommt, sollte sich den TV-Film wirklich anschauen, gerade aufgrund der schauspielerischen Leistung und der wirklich extrem ausgeprägten, differenzierten Charaktere ist das eine wahre filmische Perle. Al Pacino Fans haben hier sowieso einen Pflicht-Schau-Auftrag!
8 IMDB-Punkte von mir.
Kommentare
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#1
Claudia
am
19.04.2005 12:49
#2
jassjezz
am
19.05.2007 11:51




















Ab heute, 21:40 läuft bei ARD die 6-teilige Serie, die ich in meinem Blog vor kurzem recht postiv erwähnte habe (Link). Mehr Informationen gibt es auch auf der ARD-Seite Engel in Amerika. Dankeschön an Claudia die mich schon vor längerem darauf auf
Aufgenommen: Mai 13, 11:04