
So, gestern endlich in einer Riesentruppe mit den üblichen verdächtigen Freunden
Shrek 2 gesehen.
Der Film knüpft nahtlos an das Ende des ersten Teiles an: Fiona und Shrek sind glücklich verheiratet und werden zu Prinzession Fionas Königseltern im Königreich 'Far Far Away' eingeladen, um dort die Heirat zu feiern. Unglücklicherweise wissen die Eltern nicht, dass ihre Halb-Oger-Tochter nun zum Voll-Oger mutiert ist, und einen Oger geheiratet hat. Als die Eltern das erfahren, missfällt Vater König das ganz und gar, und er versucht einen Keil zwischen das frischgebackene Ehepaar zu treiben, indem er seiner Tochter mit dem Vorzeige-Prinz "Charming" verkuppeln will und Shrek durch den gestiefelten Kater heimsuchen lässt.
Hört sich konfus an? Ist es nicht, denn die Story ist so 0815, dass sie in jedem Gebrüder-Grimm Märchen auch exakt so vorkommen könnte. Abgesehen von den zahlreichen Irrungen, Wirrungen und dem Gagfeuerwerk, dass die nebensächliche Shrek-Story begleitet.
Tatsächlich knüpft Shrek 2 nicht nur sinnvoll an die Story des Vorgängers an, es wurden auch keine Experimente mit Veränderungen gewagt: Die Charaktere sind konsistent, die Gagdichte sehr hoch und sogar die Moral bleibt dieselbe. Wer bei den Kalauern und diversen Filmspoofs des Vorgängers gelacht hat, wird er hier genauso wieder können und sich prächtig amüsieren. Es macht Spaß, einige versteckte Gags durch Filmposter im Hintergrund zu entdecken, oder die Kreuzverbindungen zu anderen Filmen zu entdecken.
Die 3D-Animation hat meiner Meinung nach keine besonderen Fortschritte gemacht, die hier erwähnenswert wären. Der Soundtrack kommt immer noch sehr modern zu Gange und erzeugt ordentlich Tempo.
Das einzige was mir im Vergleich zum ersten Teil sehr nervig auffiel war, dass es sehr viel Disney-Gesang gibt. Damals wurde sowas noch ironisch eingesetzt, diesmal gingen mir die Songs der Fee schrecklich auf das musikalische Gemüt.

Die neuen Charaktere sind gut ausgebaut, und man wird direkt warm - gerate der "Puss-in-Boots" (gestiefelte Kater) bringt einen zu Lachausbrüchen mit seinem spanischen Charme. Wirklich genial, da blieb mir kein Auge trocken. Und daher darf auch das blog-bekannte, obligatorische Katzenbild hier nicht fehlen.
Die deutschen Stimmen sind gut gewählt und solide vorgetragen, generell ist die Synchro recht gut gelungen, vermute ich. Da ich das Original nicht gehört habe, sind das aber nur Spekulationen.
Zusammengefasst: Ein mehr als würdiger Nachfolger, ich könnte nicht sagen welcher Teil mir besser gefallen hat. Der erste Teil hat mehr Längen als der zweite, während dem zweiten natürlich die lustige und innovative Gesamtidee fehlt. Alle Sidekick-Charaktere (der Lebkuchenmann, der gestiefelte Kater, die Mäuse, der Esel und Prinz Charming) sind extrem lustig und lockern die Geschichte kräftig auf, abgesehen von der etwas übercharikierten und stumpfen "guten Fee".
Aufgrund des fehlenden "Innovationsbonus" gebe ich dem Film "nur" 9 IMDB-Punkte; der Vorgänger erhielt bei mir 10 Punkte. Ich habe mich herzlich amüsiert, aber letztlich war es doch gezieltes Lachmuskeltraining anstelle einer erleichternden Neuigkeit, wie es Shrek 1 damals war.