
Im Zuge des Pfalz-Wochenendes bei Niels (Bericht folgt...) haben Niels, Emba und ich uns in einem gemütlichen Landauer Kino spontan
The Day After Tomorrow angeschaut.
Eigentlich wollte ich mich von dem Film im Kino ja fernhalten und ihn mir höchstens auf DVD ansehen. Vom letztern im Kino gesehenen Emmerich-Film
Independence Day bin ich bis heute tief geschockt, und wollte mir so triefenden Patriotismus oder SFX-Vernarrtheit nicht mehr geben.
Irgendwie saß ich dann doch plötzlich im Kino.
Zum Film: Der Klimatologe Jack Hall stößt bei seinen Forschungen auf eine These, dass der Welt in einigen Jahrzehnten eine Klimakatastrophe und nächste Eiszeit folgen könnte. Durch die Abkühlung eines Meeresstromes würde das ganze Weltklima auf den Kopf gestellt, so wie es auch vor einigen tausend(?) Jahren passiert sei.
Doch plötzlich stellt sich raus, dass die prognostizierten "einige Jahrzehnte" sich stark verkürzen, denn die Katastrophe tritt sofort und innerhalb weniger Tage ein. Die ganze Nordhalbkugel der Erde wird von riesigen Hurricanes heimgesucht, die alles zerstören und einfrieren. Inklusive New York, Los Angeles - und sicher auch Europa, was aber eher beiläufig erwähnt wird.
In diesem ganzen Unwetter ist Jack Halls Sohn auf einer Schulexkursion nach New York gefahren, wo er nun eingefroren in einer Bibliothek feststeckt. Treu amerikanischer Norm macht sich Vater Jack also auf, um ihn irgendwie dort raus zu holen, inmitten des Unwetters. In einem Nebenhandlungsstrang versucht natürlich auch Präsident und Vize-Präsident der USofA die Bewohner in die sonnige Südhalbkugel zu emmigrieren...
Auch wenn sich meine Inhaltsangabe vielleicht schon patriotisch triefend oder naiv anhört, kann der Film gut unterhalten. Die Special Effects sind einigermaßen gut platziert und auch ganz nett ausgeführt. The Day After Tomorrow hat aufgrund des gerafften Geschehens ein stetig steigendes Tempo und teilt die Screentime zwischen Unfällen+Katastrophen und "persönlichem Schicksal" eigentlich ganz gut auf.
Natürlich hapert es nicht an übertriebenen und unrealistischen Stunts; wie etwa Sam mit seinen Freunden vor einem gefrierenden New York wegläuft, und gerade so sich hinter sicheren Türen versteckt.
Insgesamt war ich überraschenderweise durch das Thema doch beeindruckt und auch bewegt. Die Vorstellung einer solchen Katastrophe - auch wenn sie innerhalb des dargestellten Zeitraumes so nie eintreten kann - ist schon ziemlich fatal, und die realistischen Auswirkungen wohl weitaus fataler als im Film dargestellt.
Die Schauspieler sind allesamt halbwegs frei von übernatürlichem Patriotismus wie in Independence Day, spielen ihre Rollen aber schon etwas lasch. Gerade von Dennis Quaid (als Jack Hall) hatte ich eigentlich besseres erwartet, sein Einheitsblick in dem Film ist schon etwas enttäuschend. Jake Gyllenhaal spielt seine Rolle da schon etwas sicherer, konnte mich aber nicht so überzeugen wie in Donnie Darko, wo man ihm einfach mehr "Tiefgang" abnehmen konnte.
Insgesamt gebe ich dem Film
7 IMDB-Punkte, die hauptsächlich auf die beängstigende Story fallen. Abzüge gibt's für die etwas unmotivierten Schauspieler und die für mich zu geraffte Chaos-Abfolge.