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Montag, 5. Januar 2004

Film: Herr der Ringe: Rückkehr des Königs

Natürlich habe auch ich mir es nicht nehmen lassen, mir noch im Jahr 2003 den letzten Teil der Herr der Ringe Trilogie anzusehen.

Nachdem mir der zweite Teil der Trilogie so gut gefiel, und die stimmungsvolle Atmosphäre des Films mich sehr in den Bann gezogen hat, waren meine Erwartungen an den Film entsprechend hoch. Zumal ich das Ende des Buches glücklicherweise nie aufgeschnappt habe. Zuletzt bin ich mit Emba auf der Zugfahrt einer Beinahe-Konfrontation mit dem Ende des Filmes entgangen, als sich zwei Leute neben uns lauthals über den Film unterhielten. Wir sind dann kurzerhand an das andere Ende des Zuges getürmt, um dem zu entkommen.

Zurück zum Film. Ausgestattet mit einem 1l-Cola-Container, Nachos und Chips haben wir (Emba, Andy, Martin, Claudia, Silvia, Tim, Lorenz, Claudia) uns in die siebte Reihe des Kinopolis gezwängt und erstmal gute 40 Minuten Werbung genossen. Ach, ist das schön für Eintritt+Getränke pro Person 17 Euro auszugeben, und trotzdem in den Genuss von Werbung in Länge einer Durchschnitts-TV-Soap zu kommen. Ich mag ja Kinowerbung. Nicht. Viel lieber würde ich 40 Minuten Filmtrailer sehen. Obwohl - selbst das kann man heutzutage nicht mehr machen, in einer Zeit wo ein Trailer gute 3-4 Minuten läuft und die Highlights oder komplette Story eines Filmes zeigt.

Zumindest beginnt dann der Film grandios. Ein Rückblick auf Smeagols-Renten^WRingklau fesselt mich direkt in der typischen LOTR-Atmosphäre. Beinahe kommt es mir vor, als geht es für mich nahtlos weiter, wo ich ein Jahr vorher das Kino verlassen haben.

Hier über die Story eines 200-Minuten Films zu erzählen macht herzlich wenig Sinn, und mit meinem Review bin ich eh etwas spät dran. Daher nur meine High/Low-Lights:

  • Sehr, sehr viele Kämpfe. Ich empfand sie meistens zu hektisch, zu lang - andererseits zeigen sie bei der Übermacht des Bösen die Auswegslosigkeit der Kämpfenden sehr eindrucksvoll und lassen mich kollegial zu den Schauspielern vor den Kopf klatschen, wenn eine neue Gegnerwelle erscheint.

  • Noch viel mehr Pathos. Für mich der eindeutige Schwachpunkt des letzten Teils: Kriegesreden wie am Ende von Braveheart werden hier inflationär und wiederholt eingesetzt. Zwar hält sich der Sprachschwülst in Grenzen und ließ mich nicht vor Scham im Boden versinken, aber insgesamt bin ich einfach kein Freund von übertriebenem Patriotismus. Wäre es ein amerikanischer (Anti)Kriegsfilm gewesen, in dem die US-Supremacy dieselben Reden schwingt, wäre ich wohl wirklich in eben jenem Boden versunken. Aber dank der Mittelerde-Fantasy-Szenerie mag man das noch einigermaßen Verzeihen.

  • Weniger Persönlichkeit. In den ersten beiden Teilen wurden Charaktere noch ausgebaut und entwickelt, stagniert dies im letzten Teil doch sehr stark. Oder wirkt extrem voraussehbar, künstlich und übertrieben wie Sam's Verzweiflung mit Gollum, oder der Herausarbeitung des Streits von Pippin und Merry. Frodo könnte mich in seiner Lethargie nicht mehr mitreißen und steigerte seinen "Ich guck mal verzweifelt"-Nervfaktor um einiges.

  • Hübsche Landschafts- und Heeroptik. Die Massenszenen sowie Elefanten und Kriegsbauten waren wirklich imposant in Szene gesetzt. Schwache Computereffekte hierbei sind mir kaum aufgefallen, auch die Geisterschar war absolut gruselig animiert. Bluescreen-Gefühle wurden auch komplett verhindert, da hat die SpecialFX-Crew schon ganze Arbeit geleistet

  • Laaaaaaaaaaaangsam. Manchmal kommt es einem im Film vor, als ob gewisse Szenen nur für den Zweck eines langen Filmes so gestreckt wurden. Zahlreiche Zeitlupenszenen und kämpferische Wiederholung werden überzogen eingesetzt, teilweise möchte man den Schauspielern einen Klaps auf den Hintern geben, damit sie mal hinne machen

  • Wo ist Legolas? Mein Lieblings-"Ich guck mal rum oder surf' auf nem Schild"-Elf hat erbärmlich wenig Screentime bekommen, ähnlich wie Gimli. Bei ersterem fand ich's persönlich schade, bei letzterem hat uns das zumindest vor unangemessenen Comedy-Einlagen verschont.

  • Das Ende. Getreu nach dem Motto "Wer braucht ein Ende, wenn wir fünf davon haben?". Wenngelich auch sicher im Buch kein pointiertes Ende existiert, hätte man den Film in meinen Augen etwas gezielter beenden können. So denkt man am Ende als Zuschauer in mehreren Szenen, dass das jetzt die Endeinstellung sei, aber es kommt doch noch etwas. Anscheinend fiel allen Beteiligten das Ende so schwer, dass man sich nicht vom Monumentalen Film trennen wollte.

Mein Fazit ist, dass der Film (oder eher das Werk) im dritten Teil zu pathetisch-langsam wird. Die Atmosphäre, Stimmung und Charakter-Bindung stimmt zwar genauso wie in den Vorgängern, aber das Abenteuergefühl kommt weniger rüber. Daher habe ich dem Film im Vergleich zu 9 Punkten vom 1. Teil und 10 Punkten vom 2. Teil auf 8 Punkte für den 3. Teil gesetzt. Über das Ende bin ich nicht enttäuscht, es ist ein würdiger Abschluss und insgesamt stimmig - wenn auch voraussehbar, selbst für jemanden der das Buch nicht gelesen hat.

Stellenweise hat man im Kino und Freundeskreis munkeln gehört, dass der Film mal richtig zeige wie eine Trilogie sein könne, und nicht so schlecht wie Matrix. Das der Film insgesamt stimmig sei, und keinen wirklichen qualitativen Unterschied in den drei Filmen hat. Nun, das stimmt zwar, aber im Gegensatz zur Matrix ist dieser Film quasi 3mal derselbe Film in anderer Szenerie und kulminierenden Massenschlachten mit einer immer düster und hoffnungsloser werdenden Stimmung. Bei der Matrix denke ich jedoch, sind die Filme in sich eher geschlossener. Den ersten Teil hätte man sogar ohne Nachfolger genießen können, und der zweite Teil endet mit der Entdeckung des Architekten auch irgendwo stimming. Einen Herrn der Ringe hätte man jedoch nirgends mit offenem Ende abschließen können.


****o
Geschrieben von garvin in Media um 15:25 | Kommentare (7) | Trackbacks (0)
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*Herr Der Ringe ist ein Film, genau wie das Buch, wohingegen die Matrix ja tatsächlich eine Trilogie ist. Wobei ich es besser gefunden hätte, wenn es auch da bei einem Film geblieben wär.

Vielleicht muss man HdR wirklich hintereinander sehen. Ich fand, die Spannung steigerte sich stetig. Aber irgendwie scheine ich die einzige zu sein, die das so empfand.
#1 Michelle (Link) am 05.01.2004 18:37
*ja.
#2 Emba am 05.01.2004 20:32
*nein.
#3 Martin am 06.01.2004 16:34
*Ich denke, man muss das differenziert sehen. ;)

Die Spannung der Teile kulminiert natürlich gen Ende, jedoch ist es durch eine inhahtliche Streckung im letzten Teil nicht ganz so spannend, wie es geraffter hätte sein können.
#4 Garvin (Link) am 06.01.2004 16:42
*ich haääte ja kotzen können, teil 1 war der beste, teil zwei hat schon leicht nachgelassen und teil drei war irgendwie kacke ich finde die kampfszenen einfach zu schlecht, zu künstlich, zu gross zu aufgebläht und und und

am ende "DA DIE ADLER" yeahhhhhh und dann hätte nur noch das bildniss von george bush eingeblendet werden müssen der sagt "Ihr seid gerettet, ich bringe euch frieden!" was soll das? wenn das im buch auch so verdammt grotig gelöst wurde, dann ist das aber mehr als elendig. die scheißendreck adler kommen nur vor als der alte von dem turm weg gefolgen wird und dann am ende wenns gegen die nazgul geht + das die fetten auenlandkinder vom vulkan geretet werden. einfach sscheiße! (es ist natürlich immer noch ein sehr guter film, kann aber nicht mehr mit teil2 oder teil 1 mithalten)
#5 alexander am 06.01.2004 21:00
*Ich finde der Film war zwar am ende immer weniger an das buch angelehnt aber er war in meinen augen trotzalledem Super! Ich kann nur sagen das er den 3 Teil der Matrix triologie um unbeschreibliche weiten übertroffen hat. gerade der 3te teil war nun der entscheidene (und leider auch der letzte) und ich finde das er seinen vorgängern eine ehrenvollen nachfolger beschert hat. Mein fazit ist das die triologie besser ist als die der Matrix. Auch der soundtrack ist um weiten besser als das ewige gebollere von matrix!

S. Rethage
#6 Mittelerde Freak (Link) am 23.01.2004 22:38
*Mit der grafik und dem sound wars dass Geld wiklich wert!!!!!!
#7 ??? am 04.03.2004 13:00

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