Montag, 6. September 2010
Mafia 2
Ich bin kein großer Fan von Open-World-Spielen. GTA, Red Dead Redemption und Co macht mir weniger wegen der offenen, riesigen Welt Spaß sondern eher, weil man sich in einer großen Storywelt befindet in der immer etwas passiert. Storylose Open-World-Spiele wie Just Cause2 sind also ein perfektes Beispiel für Spiele, die mich da richtig nerven.
Umso besser also, dass man Mafia 2 in den meisten Reviews vorwirft, es sei kein Open-World-Spiel. Super! Den ersten Teil habe ich wegen seiner Der Pate-mäßigen Story sehr geliebt. Wenn Mafia 2 also auch nur mit einer tollen Story daher kommt und die große Stadt sonst wenig Sidequests besitzt, dann soll mir das nur recht sein. Lieber 8 richtig unterhaltsame Spielstunden als 40 Stunden voller Fetchquests und aufgeblähten Missionen.
Der Ersteindruck von Mafia 2 ist großartig: Die Grafik (ich spiele auf dem PC) ist atemberaubend schön, die Stadt herrlich detailiert und vor allem Innenräume quellen über vor lauter kleiner Details und liebevoller Beleuchtung. Da wird man richtig traurig wenn man die niedrig aufgelösten Zwischensequenzen sieht - alle Texturen und Modelle in normaler Engine-Grafik sehen deutlich besser aus.
Es gibt tausend verschiedene Autos (naja, nicht ganz) und jeder Stadteil sieht anders aus - und dennoch erkennt man viele Details aus New York wieder.
Auch die Steuerung und der Shooter-Action Teil ist stimmig umgesetzt, lässt sich gut kontrollieren. Deutlich besser als der Vorgänger, und recht zeitgemäß. Die Cover-Mechanik klappt ganz gut, jede Waffe fühlt sich unterschiedlich an - und das Nahkampf-Kombosystem macht auch Spaß.
Vor lauter Grafik, toller 50ies Musik und liebevollen Details fiel mir die Story eigentlich erst recht spät auf.
Und die ist richtig platt und langweilig.
Der ganze Plot fließt ziemlich 0815-mäßig vor sich hin und fühlt sich absolut nicht episch an wie im Vorgänger. Mafia-Gefühl kommt überhaupt nicht auf, die Missionen sind zwar sehr abwechslungsreich und spannend - aber storymäßig total stümperhaft zusammengepuzzlet. Störend ist vor allem, dass man bei dem Charaktergefüge sehr starke Anleihen an GTA4 nahm. Der zur Seite stehende beste Freund ist fast eine 1:1 Kopie vom Cousin Bellic, selbst die Sprüche könnten 1:1 Übernahmen sein. Die ganze Zeit muss man sich mit Prollo-artigen Dialogsequenzen auseinandersetzen und alle Charaktere sind so überspitzt und gewollt witzig und kurios ausstaffiert, das man sich so garnicht in einer Mafia-familiären Stimmung einfinden kann.
Der eigene Charakter Vito ist auch eine hohle Nuss, deren Motivation und Kontinuität total inkohärent dargestellt wird. Mal ist man ein eiskalter Killer ohne Reue, mal der Mamaboy. Aber eine Identifikation mag so überhaupt nicht stattfinden.
Für mich eine total verkorkste Story, die es kaum Spaß macht zu verfolgen. Seit langem ein Spiel was ich hauptsächlich aufgrund des gelungenen Gameplays und der liebevollen Umgebung erleben will, und nicht um die Story voranzutreiben. Mafia 2 fühlt sich an wie ein zerrissenes Puzzlewerk aus vielen guten Ideen, aber auch vielen "Hey, X brauchen wir auch!"-Versatzstücken. Auch das Ende offenbart, dass man wohl viele Dinge mittels DLC umsetzen und vollenden wollte - oder vieles auch für DLCs absichtlich rausgenommen wurde.
Liebe Mafia-Entwickler: Das nächste Mal bitte wieder etwas eigenes. Einen schlecht geschriebenen GTA-Abklatsch braucht keiner.
Umso besser also, dass man Mafia 2 in den meisten Reviews vorwirft, es sei kein Open-World-Spiel. Super! Den ersten Teil habe ich wegen seiner Der Pate-mäßigen Story sehr geliebt. Wenn Mafia 2 also auch nur mit einer tollen Story daher kommt und die große Stadt sonst wenig Sidequests besitzt, dann soll mir das nur recht sein. Lieber 8 richtig unterhaltsame Spielstunden als 40 Stunden voller Fetchquests und aufgeblähten Missionen.
Der Ersteindruck von Mafia 2 ist großartig: Die Grafik (ich spiele auf dem PC) ist atemberaubend schön, die Stadt herrlich detailiert und vor allem Innenräume quellen über vor lauter kleiner Details und liebevoller Beleuchtung. Da wird man richtig traurig wenn man die niedrig aufgelösten Zwischensequenzen sieht - alle Texturen und Modelle in normaler Engine-Grafik sehen deutlich besser aus.
Es gibt tausend verschiedene Autos (naja, nicht ganz) und jeder Stadteil sieht anders aus - und dennoch erkennt man viele Details aus New York wieder.
Auch die Steuerung und der Shooter-Action Teil ist stimmig umgesetzt, lässt sich gut kontrollieren. Deutlich besser als der Vorgänger, und recht zeitgemäß. Die Cover-Mechanik klappt ganz gut, jede Waffe fühlt sich unterschiedlich an - und das Nahkampf-Kombosystem macht auch Spaß.
Vor lauter Grafik, toller 50ies Musik und liebevollen Details fiel mir die Story eigentlich erst recht spät auf.
Und die ist richtig platt und langweilig.
Der ganze Plot fließt ziemlich 0815-mäßig vor sich hin und fühlt sich absolut nicht episch an wie im Vorgänger. Mafia-Gefühl kommt überhaupt nicht auf, die Missionen sind zwar sehr abwechslungsreich und spannend - aber storymäßig total stümperhaft zusammengepuzzlet. Störend ist vor allem, dass man bei dem Charaktergefüge sehr starke Anleihen an GTA4 nahm. Der zur Seite stehende beste Freund ist fast eine 1:1 Kopie vom Cousin Bellic, selbst die Sprüche könnten 1:1 Übernahmen sein. Die ganze Zeit muss man sich mit Prollo-artigen Dialogsequenzen auseinandersetzen und alle Charaktere sind so überspitzt und gewollt witzig und kurios ausstaffiert, das man sich so garnicht in einer Mafia-familiären Stimmung einfinden kann.
Der eigene Charakter Vito ist auch eine hohle Nuss, deren Motivation und Kontinuität total inkohärent dargestellt wird. Mal ist man ein eiskalter Killer ohne Reue, mal der Mamaboy. Aber eine Identifikation mag so überhaupt nicht stattfinden.
Für mich eine total verkorkste Story, die es kaum Spaß macht zu verfolgen. Seit langem ein Spiel was ich hauptsächlich aufgrund des gelungenen Gameplays und der liebevollen Umgebung erleben will, und nicht um die Story voranzutreiben. Mafia 2 fühlt sich an wie ein zerrissenes Puzzlewerk aus vielen guten Ideen, aber auch vielen "Hey, X brauchen wir auch!"-Versatzstücken. Auch das Ende offenbart, dass man wohl viele Dinge mittels DLC umsetzen und vollenden wollte - oder vieles auch für DLCs absichtlich rausgenommen wurde.
Liebe Mafia-Entwickler: Das nächste Mal bitte wieder etwas eigenes. Einen schlecht geschriebenen GTA-Abklatsch braucht keiner.
Mittwoch, 1. September 2010
Metroid: Other M Review
Mein heutiges Blogfeuerwerk möchte ich mit einem kleinen Review zu Metroid: Other M beenden.
Der Metroid-Serie habe ich mich lange stur gegenüber gestellt. Mein erster Kontakt zu NES-Zeiten war geprägt von einer unaushaltbaren Steuerung und Sprungphysik des Charakters, und damit hatte sich das Spiel für mich erledigt. Als Metroid auf dem Gamecube den Sprung in die Dritte Dimension wagte, war das Thema auch uninteressant für mich. Sah halt aus wie ein generischer Shooter, und auf einer Konsole muss ich First-Person-Shooter wirklich nicht haben.
Nur durch constant nagging einer hier nicht mitlesenden Person
habe ich Metroid Prime dann doch eine Chance gegeben. Und war zugegebenermaßen davon begeistert. Metroid Prime ist so viel mehr als ein generischer Shooter - es ist ein exploratives Adventure in dem das Schießen endlich mal nur Beiwerk des Vorankommens ist, und nicht Selbstzweck. Die Jump'n'Run-Einlagen waren zwar kein Highlight, aber überraschend gut umgesetzt. Die Erkundung der liebevoll gestalteten Welt hat jedenfalls Maßstäbe für mich aufgestellt, die bis heute von keinem Next Generation-Spiel erreicht wurden.
Im Zuge dieser Erfahrung habe ich vor kurzem auch Super Metroid als Emulation auf dem PC eine weitere Chance gegeben. Und mit angeschlossenem 360-Gamepad war das sogar auch spielbar und spaßig. Die Item-Exploration ist hier noch ausgeprägter, die Welt noch umfangreicher - aber in plattem 2D war das ganze für mich nicht so immersiv wie Metroid Prime. Das bessere Super Metroid war da für mich der 360-XBLA-Knüller Shadow Complex. Tolle Steuerung, liebevoll entworfene Welt, ausführliche Backtrackingmöglichkeiten und Alternativrouten. Hach, war das super.
Nun war also endlich auch mal wieder die Zeit gekommen, meine Wii zu entstauben und mit dem neuesten Teil Other M zu füttern (US-Release letzte Woche, EU am Freitag). Das Team hat erneut gewechselt, und zwar kamen diesmal die Macher vom 3D-Prügler Ninja Gaiden zum Einsatz, einem God-of-War ähnlichem Spiel dass sehr cinematisch und bockschwer spielbar ist, und mich aufgrund nicht enden wollender Gegnermassen und merkwürdiger Steuerung nie motiviert hat zu spielen.
Was erwartet man von so einem Team mit der gehaltvollen Metroid-Serie anzustellen? Wenn man den ersten Trailern glauben schenkt, dann hervorragendes: Eine Mischung aus 2D-Action (in 3D-Welten) und First-Person-Sequenzen, ebenfalls cinematische Kampfsequenzen und eine optisch sehr explosionsartige Präsentation.
Die Story setzt am Ende von Super Metroid an: Samus Aran kehrt von ihrem letzten Einsatz zurück, Space Pirates, Ripley und Metroids sind Geschichte - nur auf so ner doofen Raumstation ist plötzlich mal wieder Endzeitstimmung und Alarmsignale. Samus trifft auf der Raumstation ein und muss merken, dass ein Team der Föderation bereits anwesend ist. Passenderweise ist jenes Team dasjenige welche, mit dem Samus damals ihre Ausbildung genossen hat. Der Captain der Einheit ist der Vertraute Samus', der sie nach dem Tod ihrer Eltern aufgezogen hat.
Und so beginnt eine Geschichte von einer mysteriösen Raumstation und einem klassischen Azubi/Mentor-Zwist.
» Vollständiger ArtikelDer Metroid-Serie habe ich mich lange stur gegenüber gestellt. Mein erster Kontakt zu NES-Zeiten war geprägt von einer unaushaltbaren Steuerung und Sprungphysik des Charakters, und damit hatte sich das Spiel für mich erledigt. Als Metroid auf dem Gamecube den Sprung in die Dritte Dimension wagte, war das Thema auch uninteressant für mich. Sah halt aus wie ein generischer Shooter, und auf einer Konsole muss ich First-Person-Shooter wirklich nicht haben.
Nur durch constant nagging einer hier nicht mitlesenden Person
habe ich Metroid Prime dann doch eine Chance gegeben. Und war zugegebenermaßen davon begeistert. Metroid Prime ist so viel mehr als ein generischer Shooter - es ist ein exploratives Adventure in dem das Schießen endlich mal nur Beiwerk des Vorankommens ist, und nicht Selbstzweck. Die Jump'n'Run-Einlagen waren zwar kein Highlight, aber überraschend gut umgesetzt. Die Erkundung der liebevoll gestalteten Welt hat jedenfalls Maßstäbe für mich aufgestellt, die bis heute von keinem Next Generation-Spiel erreicht wurden.Im Zuge dieser Erfahrung habe ich vor kurzem auch Super Metroid als Emulation auf dem PC eine weitere Chance gegeben. Und mit angeschlossenem 360-Gamepad war das sogar auch spielbar und spaßig. Die Item-Exploration ist hier noch ausgeprägter, die Welt noch umfangreicher - aber in plattem 2D war das ganze für mich nicht so immersiv wie Metroid Prime. Das bessere Super Metroid war da für mich der 360-XBLA-Knüller Shadow Complex. Tolle Steuerung, liebevoll entworfene Welt, ausführliche Backtrackingmöglichkeiten und Alternativrouten. Hach, war das super.
Nun war also endlich auch mal wieder die Zeit gekommen, meine Wii zu entstauben und mit dem neuesten Teil Other M zu füttern (US-Release letzte Woche, EU am Freitag). Das Team hat erneut gewechselt, und zwar kamen diesmal die Macher vom 3D-Prügler Ninja Gaiden zum Einsatz, einem God-of-War ähnlichem Spiel dass sehr cinematisch und bockschwer spielbar ist, und mich aufgrund nicht enden wollender Gegnermassen und merkwürdiger Steuerung nie motiviert hat zu spielen.
Was erwartet man von so einem Team mit der gehaltvollen Metroid-Serie anzustellen? Wenn man den ersten Trailern glauben schenkt, dann hervorragendes: Eine Mischung aus 2D-Action (in 3D-Welten) und First-Person-Sequenzen, ebenfalls cinematische Kampfsequenzen und eine optisch sehr explosionsartige Präsentation.
Die Story setzt am Ende von Super Metroid an: Samus Aran kehrt von ihrem letzten Einsatz zurück, Space Pirates, Ripley und Metroids sind Geschichte - nur auf so ner doofen Raumstation ist plötzlich mal wieder Endzeitstimmung und Alarmsignale. Samus trifft auf der Raumstation ein und muss merken, dass ein Team der Föderation bereits anwesend ist. Passenderweise ist jenes Team dasjenige welche, mit dem Samus damals ihre Ausbildung genossen hat. Der Captain der Einheit ist der Vertraute Samus', der sie nach dem Tod ihrer Eltern aufgezogen hat.
Und so beginnt eine Geschichte von einer mysteriösen Raumstation und einem klassischen Azubi/Mentor-Zwist.
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